Politik

Kein Abzug der Truppen geplant Russland fordert Schutzzone um AKW Saporischschja

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Die Sorge vor einem Atom-Unglück im AKW Saporischschja ist groß.

(Foto: picture alliance/dpa/Planet Pix via ZUMA Press Wire)

Seit Monaten hält Russland das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja besetzt. Immer wieder schlagen Granaten auf dem Gelände ein. Jetzt will der Kreml eine Schutzzone durchsetzen - allerdings zu seinen Bedingungen.

Die russische Atombehörde Rosatom hat sich für die Einrichtung einer Schutzzone um das besetzte Kernkraftwerk Saporischschja im Süden der Ukraine ausgesprochen - allerdings zu Moskauer Bedingungen. "Wir glauben daran, wir brauchen sie, die Parameter sind klar und ein Gespräch mit Rafael Grossi (Chef der Internationalen Atombehörde IAEA) gab es", sagte Behördenchef Alexej Lichatschow der Nachrichtenagentur Interfax zufolge.

Lichatschow gab auch an, wie er sich die Schutzzone vorstelle: Demnach dürfe die Ukraine das Gelände weder beschießen noch versuchen, es zurückzuerobern. "Im Gegenzug, das ist klar, stationiert Russland dort keine Angriffswaffen und -kräfte, sondern nutzt nur Mittel zum physischen Schutz und der Bewachung der Anlage", sagte der Chef der Atombehörde. Zugleich teilte der Rosatom-Direktor mit, alle elektrischen Leitungen um die Nuklearanlage herum seien beschädigt. Das Herunterfahren des Reaktors in den Kaltzustand biete nur "relative Sicherheit", warnte er.

Die russischen Vorstellungen einer Schutzzone unterscheiden sich deutlich von den Forderungen der IAEA. Diese hatte Moskau vor einer Woche zur Aufgabe des besetzten ukrainischen Atomkraftwerks aufgefordert. Auch die Ukraine fordert einen Abzug der russischen Truppen. Kiew und Moskau werfen sich seit Monaten immer wieder gegenseitig den Beschuss der Anlage vor.

AKWs um Kiew laufen wieder

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Weiter nördlich sind die drei nach russischen Angriffen vom Stromnetz getrennten ukrainischen Atomkraftwerke inzwischen wieder ans Netz gegangen. Es sei gelungen, die drei von der Ukraine kontrollierten Anlagen am Morgen wieder anzuschließen, teilte das ukrainische Energieministerium auf Telegram mit. Die AKWs dürften demnach ab dem Abend wieder Strom liefern.

Am Mittwoch hatte der staatliche Betreiber Energoatom auf Telegram erklärt, dass das Notfallsystem der drei AKWs Riwne, Piwdennoukrainsk und Chmelnyzka infolge des russischen Beschusses aktiviert worden sei. Daraufhin seien alle Reaktoren automatisch vom Stromnetz abgetrennt worden. In der Region Kiew kam es daher zu einem kompletten Stromausfall. Mehr als zwei Drittel der ukrainischen Hauptstadt waren ohne Strom - und das bei eisigen Temperaturen. In der Nacht fielen die Werte unter null Grad Celsius, es liegt bereits Schnee und die Straßen sind vereist.

Quelle: ntv.de, hny/dpa

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