Flughafen und Palast angegriffenRussland hilft Nigers Junta bei Niederschlagung von Meuterei

Niger ist eines der ärmsten Länder der Welt. 2023 putscht sich das Militär an die Macht. Nun greifen ihrerseits meuternde Soldaten Präsidentenpalast an. Die regierende Militärjunta ruft Moskau um Hilfe.
Russlands Africa Corps hat die Militärregierung im westafrikanischen Niger bei der Niederschlagung meuternder Soldaten unterstützt. Das teilte der russische Botschafter im Niger, Viktor Woropajew, der Nachrichtenagentur Tass mit. Die Militärjunta habe die russischen Soldaten um Hilfe gebeten, so Woropajew. Nähere Angaben zum Einsatz des Africa Corps während der Meuterei machte der Botschafter nicht. Russlands Africa Corps ist eine vom Verteidigungsministerium in Moskau aufgestellte paramilitärische Organisation.
Die von General Abdourahamane Tiani geführte Militärjunta ist eng mit Russland verbündet. Moskau bietet der Junta militärische Ausrüstung, Ausbildung und politische Rückendeckung an. Für Russland ist der rohstoffreiche Niger mit seinen großen Uran-Vorkommen von strategischer Bedeutung.
In der Nacht zum Samstag hatten aufständische Soldaten Militärstützpunkte am internationalen Flughafen der Hauptstadt Niamey und den Präsidentenpalast angegriffen. Über Stunden waren in der Hauptstadt Schüsse und Explosionen zu hören gewesen. In mehreren Teilen Niameys war die Stromversorgung unterbrochen worden. Zudem nahmen die meuternden Soldaten zeitweise das Gebäude des staatlichen Fernsehsenders ein.
Am Samstagabend hatte die Militärregierung den Aufstand jedoch eingedämmt und die Kontrolle schrittweise wiedererlangt, wie das Verteidigungsministerium mitteilte.
Dritter Angriff auf Flughafen in 2026
Bereits Mitte Juni und im Januar war es in der Hauptstadt zu ähnlichen Vorfällen gekommen. Ziel war neben Regierungsgebäuden in beiden Fällen auch der Flughafen. Auf der angrenzenden Luftwaffenbasis waren bis 2024 auch Bundeswehrsoldaten stationiert. Mittlerweile sind auf der Basis unter anderem russische Söldner und von der Türkei erworbene Drohnen untergebracht. Im Januar reklamierte ein Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat den Angriff für sich.
Der mehrheitlich in der Wüste gelegene Binnenstaat Niger hat rund 28 Millionen Einwohner und ist eines der ärmsten Länder der Welt. Im Juli 2023 putschte sich das Militär an die Macht. Tiani, der damals den Putsch anführte, ist zuletzt ohne Wahlen bis mindestens 2030 zum neuen Präsidenten erklärt worden.