Politik
Drei der Syrer (von rechts) bei der Pressekonferenz im niederländischen Den Haag.
Drei der Syrer (von rechts) bei der Pressekonferenz im niederländischen Den Haag.(Foto: dpa)
Donnerstag, 26. April 2018

Giftgasangriff nur inszeniert?: Russland präsentiert 15 syrische Zeugen

Die Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen untersucht derzeit den mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien. Geht es nach Moskau, ist der Fall klar und der Angriff inszeniert: das bestätigen nun angebliche Zeugen. Der britische Botschafter spricht von einer "Show".

Russland hat etwa 15 angebliche syrische Zeugen präsentiert, nach deren Angaben in Duma kein Giftgas eingesetzt worden sein soll. Es habe am 7. April keinen Angriff mit Chemiewaffen und auch keine Opfer gegeben, sagten mehrere Männer übereinstimmend in Den Haag. Einige von ihnen gaben an, dass sie als Ärzte im Krankenhaus von Duma arbeiten. Am 7. April soll es in der syrischen Stadt Berichten zufolge einen Angriff mit Chemiewaffen auf Zivilisten gegeben haben. Ein Expertenteam der Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen (OPCW) ist zur Zeit in Syrien, um die Vorwürfe zu prüfen.

Nach Ansicht Russlands beruhen die Berichte über einen Giftgasangriff jedoch auf Lügen - die Aussagen der Zeugen würden das beweisen, sagte der russische Botschafter in den Niederlanden, Alexander Schulgin: "Die Vorwürfe der westlichen Alliierten sind null und nichtig." Die Organisation Weißhelme habe ein Video mit vermeintlichen Opfern inszeniert.

Zu den präsentierten angeblichen Zeugen gehörte auch der elfjährige Hassan Diab. Er war in besagtem Video weinend als Opfer zu sehen. "Im Krankenhaus schütteten sie Wasser über mich", sagte der Junge nun in Den Haag. "Aber ich weiß nicht warum."

Die rund 15 Syrer hatten zuvor auch vor Diplomaten bei der OPCW ausgesagt. Westliche Staaten hatten das Treffen boykottiert. Der britische Botschafter Peter Wilson sprach von einer "Show".  Russland wolle damit die Arbeit der OPCW untergraben.

Quelle: n-tv.de