Politik
(Foto: picture alliance / dpa)
Mittwoch, 03. Oktober 2018

Nach versehentlichem Abschuss: Russland spendiert Syrien neue Luftabwehr

Am 17. September wird eine russische Militärmaschine bei einem Landeanflug in Syrien abgeschossen - von einem russischen Luftabwehrsystem in Diensten der syrischen Armee. Versehentlich. Moskau reagiert und modernisiert Assads Truppen.

Nach dem versehentlichen Abschuss eines russischen Militärflugzeugs durch die syrische Luftabwehr hat Russland die syrische Armee mit seinem Luftabwehrsystem S-300 ausgestattet. Die Lieferungen seien am Montag abgeschlossen worden, teilte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu mit. Dazu gehörten vier Startrampen. Es werde drei Monate dauern, um die syrischen Streitkräfte an dem neuen Luftabwehrsystem auszubilden.

Eine S-200-Rakete der syrischen Luftabwehr hatte am 17. September eine russische Iljuschin-Maschine versehentlich getroffen, als diese gerade im Landeanflug auf die ostsyrische Provinz Latakia war. Alle 15 russischen Soldaten an Bord des Flugzeugs wurden getötet. Die Luftabwehrrakete hatte sich eigentlich gegen israelische Kampfflugzeuge gerichtet, die einen Angriff über Syrien flogen.

"Verkettung unglücklicher Umstände"

Das russische Verteidigungsministerium hatte zunächst Israel für den Vorfall verantwortlich gemacht und von einem "feindseligen Akt" gesprochen. Moskau warf Israel vor, "das russische Flugzeug als Deckung genutzt und es so dem Beschuss der syrischen Luftabwehr ausgesetzt zu haben". Israel wies dies zurück.

Später sprach der russische Staatschef Wladimir Putin von einer "Verkettung unglücklicher Umstände". Zugleich betonte er aber, dass die israelischen Angriffe in Syrien gegen die "syrische Souveränität" verstießen.

Quelle: n-tv.de