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Kreml rüstet auf Russland testet neues Raketensystem

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Putin im Gespräch mit Offizieren in Moskau.

REUTERS

Im Konflikt mit den USA und der Nato will der Kreml Stärke zeigen: Im Ural testen russische Streitkräfte eine neuartige Hyperschall-Rakete. Laut Präsident Putin soll die neue Waffe die Sicherheit des Landes gewährleisten.

Russland hat Medienangaben zufolge erfolgreich ein neues Hyperschall-Raketensystem getestet. "Avangard" könne nukleare und konventionelle Sprengköpfe tragen, berichtete die Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf den Kreml. Präsident Wladimir Putin habe den Test, der im fernen Osten des Landes stattgefunden habe, von einem Gebäude des russischen Verteidigungsministeriums in Moskau aus mitverfolgt.

Nach Angaben des Kremls wurde die Rakete von einer Basis südlich des Urals abgefeuert. Es sei ein Ziel auf einem Testgelände in Kamtschatka getroffen worden. Die Entfernung beträgt etwa 6000 Kilometer. "Avantgard" solle im nächsten Jahr in Dienst gestellt werden, kündigte Putin an. "Russland hat eine neue Art strategischer Waffe." Damit werde die Sicherheit seines Landes in den kommenden Jahrzehnten gewährleistet, betonte der Kremlchef.

Streit um INF-Vertrag

Russland baut als Reaktion auf die jüngsten Spannungen mit den USA und der Nato sein Atomarsenal aus. Putin hatte Anfang März in einer Rede vor Abgeordneten gleich mehrere neue Waffensysteme vorgestellt, die zum Teil keinerlei Abwehr zulassen sollen - darunter auch "Avangard". Putin hatte angekündigt, dass die neuen Waffen fast jeden Punkt der Welt treffen und einem in den USA gebauten Raketenschild entkommen könnten. Sein Land sei angesichts der Aufrüstung der USA gezwungen zu handeln, sagte er damals. Die Stärkung des russischen Militärs solle den Weltfrieden sichern.

US-Präsident Donald Trump hatte Ende Oktober den Ausstieg der USA aus dem INF-Abrüstungsvertrag angekündigt. Das Abkommen verpflichtet Washington und Moskau zur Abschaffung landgestützten ballistischer Raketen und Marschflugkörper mit Reichweiten zwischen 500 und 5500 Kilometern. Die USA werfen Russland vor, gegen den Vertrag zu verstoßen. Im Dezember räumte Washington Moskau dann eine letzte Frist von 60 Tagen bis Mitte Februar ein, um zu den Bestimmungen des Vertrages zurückzukehren. Russland reagierte auf die Vorwürfe und Forderungen wiederholt mit der Androhung einer Aufrüstung.

Quelle: n-tv.de, jpe/rts/dpa

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