Politik

Verhärtete Fronten am Golf Russland will im Katar-Konflikt vermitteln

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Russlands Außenminister Lawrow (rechts) mit dem katarischen Außenminister Al-Thani.

(Foto: imago/ITAR-TASS)

Zwar ist im Katar-Konflikt das isolierte Emirat zu Verhandlungen bereit. Seine Kontrahenten wollen die Blockade jedoch nicht lockern - und erhalten Rückendeckung vom US-Präsidenten. Nun bringt sich Moskau als Vermittler ins Spiel.

Russland bietet eine Vermittlung im Konflikt zwischen dem Golf-Emirat Katar und seinen Nachbarn an. Die größte Herausforderung sei der Kampf gegen den Terrorismus - deshalb bräuchten die arabischen Staaten Einigkeit, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow. Er beriet sich in Moskau mit dem katarischen Außenminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman bin Jassim Al-Thani über die Lage.

Mit Rückendeckung der USA haben Saudi-Arabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Ägypten die Beziehungen zu Katar abgebrochen. Sie werfen dem kleinen Emirat die Unterstützung von Terroristen und seine angebliche politische Nähe zum Iran vor. Für Russland wiederum ist der Iran ein wichtiger Verbündeter. Moskau unterhalte Kontakte zu allen Seiten, sagte Lawrow nach Agenturberichten. Der Minister aus Katar betonte, sein Land setze auf eine diplomatische Lösung des Konflikts.

Saudi-Arabien hat unterdessen zurückhaltend auf die Aufforderung von US-Außenminister Rex Tillerson reagiert, die Blockade gegen Katar zu lockern. Zwar wurde der Aufruf am Samstag von der staatlichen saudiarabischen Nachrichtenagentur SPA aufgegriffen. Allerdings fehlte Tillersons Aussage, die Isolation des Emirats durch das Königreich und andere arabische Staaten habe negative humanitäre Folgen. Saudi-Arabien und Bahrain begrüßten dagegen die Forderung von US-Präsident Donald Trump an Katar, es müsse die Terrorfinanzierung beenden.

Merkel: Region muss Balance halten

Auch Bundeskanzlerin Merkel hatte sich zu dem Konflikt geäußert und vor den Folgen einer gestörten Machtbalance in der Golfregion gewarnt. Deutschland habe in dem Konflikt keine Vermittlerrolle, sagte Merkel bei ihrem Besuch in Mexiko-Stadt. "Aber wir werden aus unserem deutschen Interesse heraus darauf achten, dass in der Region die Balancen gehalten werden." Die Situation sei beunruhigend, sagte die Kanzlerin. Und eine politische Lösung von Konflikten werde nicht gelingen, "wenn bestimmte Akteure dort überhaupt nicht mehr ins Gespräch einbezogen werden".

US-Präsident Donald Trump wählte am Freitag in Washington härtere Worte: "Katar ist leider seit Jahren ein Finanzier von Terrorismus und das auf sehr hohem Niveau." Damit müsse Schluss sein. Deutlich gemäßigter hatte sich kurz zuvor Tillerson geäußert. "Wir rufen Saudi-Arabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten dazu auf, die Blockade Katars zu lösen", sagte er in Washington. Schon jetzt habe die Blockade humanitäre Konsequenzen, etwa was die Versorgung mit Lebensmitteln angehe. Zugleich appellierte Tillerson an Katar, die Anliegen der anderen Länder ernst zu nehmen und noch mehr im Kampf gegen den Terrorismus zu tun.

Quelle: n-tv.de, kst/dpa/rts