Politik

Einmischung in Vorwahlen Russland will wohl Sanders unterstützen

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Kein guter Freund von Wladimir Putin: Bernie Sanders.

(Foto: AP)

Die US-Geheimdienste gehen davon aus, dass Russland auch in diesem Jahr in den Präsidentschaftswahlkampf eingreifen will. Bernie Sanders soll mit russischer Hilfe Trumps Gegenkandidat werden. Der linksgerichtete Senator reagiert mit einer klaren Botschaft für den russischen Präsidenten Putin.

Russland will einem Medienbericht zufolge zugunsten von Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders in den Vorwahlkampf der Demokraten einmischen. Die "Washington Post" berichtet, US-Regierungsvertreter hätten den linksgerichteten Senatoren darüber informiert, dass Moskau seinem Wahlkampf als Teil einer Einmischung in die Vorwahlen helfen wolle. In welcher Form dies geschehen solle, blieb unklar.

Sanders verbat sich als Reaktion auf den Bericht jede russische Einflussnahme. Anders als US-Präsident Donald Trump sehe er den russischen Staatschef Wladimir Putin nicht als "guten Freund" an, erklärte der derzeitige Umfragefavorit im demokratischen Bewerberfeld. "Mir ist es ehrlich gesagt egal, wen Putin als Präsidenten will. Meine Botschaft an Putin ist klar: 'Halten Sie sich aus US-Wahlen heraus, und als Präsident werde ich sicherstellen, dass Sie das tun.'"

Die US-Behörden gehen davon aus, dass Russland Sanders schon im Vorwahlkampf 2016 gegen seine Rivalin Hillary Clinton unterstützen wollte, um eine Spaltung der US-Gesellschaft voranzutreiben und letztlich dem republikanischen Kandidaten Trump zu helfen. Während Clinton sich vor vier Jahren bei den Vorwahlen der Demokraten gegen Sanders durchsetzte, unterlag sie schließlich Trump bei der Präsidentschaftswahl.

"Desinformations-Kampagne" der Demokraten?

Die US-Geheimdienste gehen laut aktuellen Medienberichten davon aus, dass Russland auch in diesem Jahr in den US-Wahlkampf eingreifen will - zugunsten von Amtsinhaber Trump. Die russische Regierung bestritt dies, Trump selbst sprach von einer "neuen Desinformations-Kampagne" der US-Demokraten.

Der Streit über die Geheimdiensteinschätzung war womöglich der Grund, warum Trump in dieser Woche den US-Geheimdienstdirektor Joseph Maguire feuerte und durch den US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, ersetzte.

Sanders liegt derzeit in Umfragen zu den demokratischen Präsidentschaftsbewerbern vorn. Beobachter fragen sich aber, ob der 78-Jährige bei der Präsidentschaftswahl im November Amtsinhaber Trump schlagen könnte. Der Senator vertritt für US-Verhältnisse weit links stehende Positionen und könnte damit viele Wähler der politischen Mitte vergraulen. Trump hat ihn schon als "Kommunisten" bezeichnet.

Nach Erkenntnissen der US-Geheimdienste manipulierte Russland den Präsidentschaftswahlkampf 2016 insbesondere durch eine Kampagne in Online-Netzwerken wie Facebook. Die US-Behörden befürchten schon seit geraumer Zeit, dass Russland sich auch in diesem Jahr in die US-Wahlen einmischen könnte.

Quelle: ntv.de