Politik

Mehrheit immer noch skeptisch SPD-Anhänger befürworten Große Koalition

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(Foto: REUTERS)

Die Bildung einer neuen Koalition mit CDU und CSU findet deutlich mehr Anklang bei SPD-Anhängern als noch vor zwei Wochen. Dennoch steht die Mehrheit der Deutschen einer Großen Koalition weiterhin skeptisch gegenüber, verrät der Deutschlandtrend.

Die große Koalition steigt bei Anhängern von Union und SPD im Kurs. Wie aus dem ARD-"Deutschlandtrend" hervorgeht, kletterte unter SPD-Anhängern die Zustimmung zur "GroKo" seit der letzten Befragung vor zwei Wochen um 15 Prozentpunkte auf 66 Prozent. Auch 70 Prozent der Anhänger von CDU und CSU fänden eine Große Koalition gut oder sehr gut (ein Plus von sechs Prozentpunkten).

Die Bundesbürger insgesamt sehen eine mögliche GroKo-Fortführung ebenfalls positiver. 46 Prozent der Befragten befürworten eine Koalition aus Union und SPD - vier Punkte mehr als Mitte Februar. Nichtsdestotrotz steht die Mehrheit ihr immer noch skeptisch gegenüber. Insgesamt 52 Prozent gaben an, dass sie eine solche Regierung weniger gut oder sogar schlecht fänden. Ob es tatsächlich zu einer Neuauflage kommt, entscheidet sich am Sonntag, wenn die SPD vormittags das Ergebnis ihrer Mitgliederbefragung zu diesem Thema bekannt gibt.

Aus der Umfrage zu urteilen, erlitt besonders das Image der SPD einen deutlichen Schaden. Die Mehrheit der Deutschen bezweifelt, dass die Sozialdemokraten als Teil der Regierung eine gute Arbeit machen werden. 58 Prozent geben, dass sie die Partei aktuell für nicht regierungsfähig halten.

SPD-Mitglieder-Votum wird am Sonntag verkündet

Dagegen hielt mehr als die Hälfte der Befragten die CDU für glaubwürdig. Im Zuge der Diskussion um eine konservative Wende sind 56 Prozent der Meinung, dass die Union mit ihren aktuellen politischen Positionen genau richtig aufgestellt ist.

Ob eine große Koalition zustande kommt, hängt vom Votum der SPD-Mitglieder ab. Das Ergebnis wird am Sonntag verkündet. Sollte es nicht zu einer "GroKo" kommen, sprechen sich 45 Prozent der Befragten (plus fünf im Vergleich zum Vormonat) für eine Minderheitsregierung der Union aus. Der Anteil derer, die Neuwahlen befürwortet, sank um vier Punkte auf 52 Prozent.

Wäre am Sonntag Bundestagswahl, landete die Union wie in der Vorwoche bei 34 Prozent. Die SPD setzt ihren Aufwärtstrend fort und erreicht 18 Prozent. Bereits in der Vorwoche war die SPD in einer Erhebung des Instituts für das ARD-Morgenmagazin leicht auf 17 Prozent gestiegen. Verluste gegenüber Mitte Februar müssen Linke und Grüne (je zwei Prozentpunkte) auf neun und elf Prozent hinnehmen. AfD und FDP liegen bei 15 beziehungsweise 9 Prozent.

Für den "Deutschlandtrend" befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest 1002 Wahlberechtigte. Die Fehlertoleranz liegt bei 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten.

Quelle: n-tv.de, hny/AFP/rts

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