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Wechsel im Verteidigungsressort SPD-Experte: Ist AKK die Richtige?

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Einen Wechsel ins Kabinett schloss AKK aus. Jetzt wurde sie zur Verteidigungsministerin ernannt.

(Foto: picture alliance/dpa)

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer ist die neue Verteidigungsministerin. SPD-Verteidigungsexperte Karl-Heinz Brunner bezweifelt, dass sich AKK gegen Merkel durchsetzen wird. Die Kanzlerin sei zu stark, sagt er im Interview mit n-tv.de.

n-tv: Sie gilt als große Überraschung. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte noch vor zwei Wochen den Posten der Verteidigungsministerin abgelehnt und auf ihre Arbeit als Parteivorsitzende verwiesen. Sind Sie überrascht über die Wende?

Karl-Heinz Brunner: Ich bin überrascht, aber es ist gleichzeitig eine konsequente Fortführung von Angela Merkels Politik. Eine weibliche Verteidigungsministerin durch eine Frau zu ersetzen, das ist nur konsequent.

Paritätisch hin oder her - ist diese Personalentscheidung sinnvoll?

Das ist eine Frage, die die CDU intern klären muss. Ich persönlich finde es nicht von Vorteil, am Kabinettstisch zu sitzen, wenn ich nicht auch Kanzlerin wäre. Merkel will damit zeigen, dass AKK ministrabel und Kanzlerin sein kann. Ich glaube aber nicht, dass sich AKK gegen Merkel wird durchsetzen können. Dafür ist Merkel eine zu starke Persönlichkeit, die gerne alleine entscheidet. Deswegen sind AKKs Handlungsspielräume als Verteidigungsministerin begrenzt.

Es gibt kritische Stimmen, die fordern, man müsse gedient haben, um Verteidigungsminister zu werden. Wie sehen Sie das?

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SPD-Verteidigungsexperte Brunner

Nein, ich finde nicht, dass jemand gedient haben muss, um dieses Amt auszuüben, dies darf kein Qualitätsmerkmal sein. Verteidigungsminister kann jeder Bürger dieses Landes werden, so sieht es unsere Verfassung vor. Wir hatten gute Verteidigungsminister, die nicht in der Bundeswehr waren. Aber eine besondere Affinität zu den Themen sollte natürlich vorhanden sein.

Das Ressort gilt als Schleudersitz. Sind Sie als SPD nicht froh über diese Personalie?

Ursula von der Leyen ist fast im siebten Jahr Verteidigungsministerin gewesen. Ob das bei AKK ein Schleudersitz wird, wird sich zeigen. Es gibt eine Vereinbarung zwischen den Koalitionsparteien, dass das Verteidigungsministerium durch die Union bestellt wird. Für die Truppe ist es aber natürlich schwierig, eine Vorsitzende zu haben, deren Amtszeit jetzt mit Sicherheit vorerst auf die nächsten zwei Jahre begrenzt ist. Denn die Truppe will Klarheit und Führung. Ob AKK dafür die Richtige ist, weiß ich nicht.

Nach den Turbulenzen rund um von der Leyen - wird die Personalie AKK die Große Koalition stabilisieren?

Die Entscheidungen unserer Genossen im europäischen Parlament waren nicht besonders glücklich, aber es wurde nicht gegen den Koalitionsvertrag verstoßen. Deswegen glaube ich an eine gute, sachgerechte Arbeit.

Das Interview mit Karl-Heinz Brunner führte Cigdem Akyol

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Quelle: n-tv.de

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