Politik

Mit Lügen ins Europaparlament SPD-Kandidat hat Biografie erfunden

Im Brandenburger Wahlkampf für das Europaparlament gibt sich Simon Vaut volksnah: Er habe seinen Lebensmittelpunkt seit Jahren in Brandenburg an der Havel, behauptet der SPD-Mann. Nun gibt er zu: Das war gelogen. Seine Kandidatur niederlegen kann er nicht mehr.

Der brandenburgische SPD-Europakandidat Simon Vaut hat zugegeben, Teile seiner Biografie für den Wahlkampf erfunden zu haben. "Im Laufe der Kandidatur habe ich mich in Unwahrheiten verstrickt", sagt Vaut im "Spiegel". Er will nun seinen Wahlkampf einstellen.

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Der 40-Jährige hatte sich im Wahlkampf als volksnaher Kandidat inszeniert und für sich mit der Behauptung geworben, er lebe seit Jahren in Brandenburg an der Havel und habe dort seinen Lebensmittelpunkt. Tatsächlich lebt der 40-Jährige in Berlin und ist Beamter im Bundeswirtschaftsministerium. Außerdem hatte er für seine Kampagne eine Freundin erfunden, bei der es sich um eine Bekannte aus Berlin handelte.

"Die Vorwürfe treffen zu: Ich habe nie in Brandenburg an der Havel gewohnt, sondern immer in Berlin", gesteht Vaut. "Vor allem möchte ich um Verzeihung bitten, dass ich meine damalige aus Brandenburg stammende, aber ebenfalls in Berlin wohnende Freundin für meine Europakandidatur instrumentalisiert habe." Er werde seinen Wahlkampf einstellen, um "weiteren Schaden von der SPD abzuwenden", so Vaut.

Kandidatur bleibt Bestehen

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Brandenburgs Ministerpräsident und SPD-Landeschef Dietmar Woidke reagierte auf das Geständnis "schwer enttäuscht". Auch der Landesverband verurteilt "die bewusste Täuschung durch den Bewerber". Die SPD Brandenburg werde keinen Wahlkampf mehr für ihn machen, teilt sie mit.

Allerdings kann Vaut seine Kandidatur laut SPD nicht mehr niederlegen, weil die Bewerbung nach rechtlichen Maßstäben korrekt zustande gekommen ist. Der 40-Jährige habe jedoch zugesagt, auf sein Europamandat zu verzichten, sollte er gewählt werden, erklärt Ministerpräsident Woidke. In diesem Fall würde die ehemalige Juso-Chefin Maja Wallstein in das Parlament ziehen. "Sie hat dafür meine volle Unterstützung."

Vaut war im September 2018 überraschend zum Europakandidaten der Brandenburger SPD gewählt worden. Mit seiner Wahl stellte sich der Landesverband gegen Woidke, der sich bereits zu dem Zeitpunkt für Wallstein einsetzte.

Quelle: n-tv.de, chr/AFP

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