Politik

Rückzug aus der Politik SPD-Landeschef Schäfer-Gümbel wirft hin

dbd74813cc446caa3c95e069f2bebb40.jpg

Es gab Zeiten, da lag die SPD in Hessen deutlich vor der CDU: Thorsten Schäfer-Gümbel.

(Foto: dpa)

Der hessische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel gibt seine Spitzenämter auf. Nach Informationen aus Parteikreisen unterrichtet der 49-Jährige am Mittag den Landesvorstand über seinen geplanten Rückzug aus der Politik.

Fünf Monate nach der Wahlschlappe der SPD bei der Landtagswahl in Hessen zieht der SPD-Spitzenpolitiker Thorsten Schäfer-Gümbel die Konsequenzen. Der Chef der Hessen-SPD und Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten im hessischen Landtag will sich in den kommenden Monaten schrittweise aus der Politik zurückziehen. Das verlautete gegen Mittag aus Parteikreisen.

Im Herbst will er nach Informationen des Hessischen Rundfunks auch sein Landtagsmandat niederlegen und damit auch den Fraktionsvorsitz aufgeben. Beim Landesparteitag der SPD am 2. November trete Schäfer-Gümbel - oder TSG wie ihn Parteifreunde kurz nennen - nach zehn Jahren auch nicht mehr für das Amt des Parteichefs an, hieß es. Auch als stellvertretender Bundesvorsitzender der Sozialdemokraten will er demnach aufhören.

Bei der Landtagswahl im vergangenen Oktober hatte die SPD herbe Verluste eingefahren. Mit Schäfer-Gümbel als Spitzenkandidat erreichte die Partei 19,8 Prozent der Stimmen - volle 10,9 Prozentpunkte weniger als bei der Hessen-Wahl 2013. Für Schäfer-Gümbel war es bereits die dritte Wahlschlappe auf Landesebene. Im hessischen Landtag wurde die SPD hinter CDU und den Grünen nur dritte Kraft.

Nancy Faeser als Nachfolgerin?

Schäfer-Gümbel gehört seit dem Jahr 2003 dem hessischen Landtag an, seit 2009 führt er die Landtagsfraktion als Oppositionsführer. Er kandidierte dreimal als Spitzenkandidat der Landes-SPD. Seit 2009 ist Schäfer-Gümbel hessischer SPD-Chef, seit 2013 auch Vizechef der Bundes-SPD.

Einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge plant Schäfer-Gümbel einen Wechsel in eine staatliche Organisation. Als aussichtsreiche Nachfolgerin in der Politik gilt die SPD-Landesgeneralsekretärin Nancy Faeser.

Die Gründe für seine persönliche Entscheidung will Schäfer-Gümbel dem Vernehmen nach am Nachmittag erläutern. Wie es aus Wiesbaden heißt, will sich der SPD-Landesvorsitzende auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz äußern.

*Datenschutz
*Datenschutz

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

Mehr zum Thema