Politik

Kampf für soziale Wohnpolitik SPD-Politikerin Anke Fuchs ist tot

81345700_lay.jpg

Fuchs schloss sich den Sozialdemokraten bereits als Schülerin an.

(Foto: picture alliance / dpa)

Sie war Gesundheitsministerin, kämpfte für eine sozial gerechte Mietpolitik und genoss über die Parteigrenzen hinweg hohe Anerkennung. Jetzt ist die SPD-Politikerin Anke Fuchs im Alter von 82 Jahren gestorben.

Die frühere Bundesgesundheitsministerin Anke Fuchs ist tot. Die SPD-Politikerin starb am Montag nach langer Krankheit im Alter von 82 Jahren in Wilhelmshaven. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus dem Parteivorstand. Der Deutsche Mieterbund (DMB) würdigte seine ehemalige Präsidentin als engagierte Kämpferin für eine sozial gerechte Wohnungs- und Mietenpolitik. Die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung erinnerte ebenfalls an die Verdienste ihrer Ehrenvorsitzenden, die über Parteigrenzen hinweg hohe Anerkennung genossen habe.

Den Sozialdemokraten hatte sich die Hamburgerin bereits vor dem Abitur 1956 angeschlossen. Nach einer Laufbahn als Referentin für Arbeitsrecht und Sozialpolitik beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und bei der IG Metall arbeitete Fuchs von 1977 an als Staatssekretärin im Bundesarbeitsministerium. Den Aufstieg zur Ministerin schaffte die zweifache Mutter 1982. Bundeskanzler Helmut Schmidt berief sie im April in das Ressort für Jugend, Familie und Gesundheit. Ihre Amtszeit währte jedoch nur wenige Monate, denn im Oktober 1982 brach die sozialliberale Koalition auseinander.

Danach hatte Fuchs zunächst wenig politisches Glück. Mehrere Anläufe auf Spitzenämter scheiterten: Die niedersächsische SPD bot ihr 1993 die Spitzenkandidatur für die Landtagswahl an - aber Fuchs lehnte ab, da sich ein deutlicher Vorsprung für Gerhard Schröder abzeichnete. 1990 trat sie bei der Landtagswahl in Sachsen gegen Kurt Biedenkopf von der CDU an, dessen Partei sich letztlich mit der absoluten Mehrheit durchsetzte. Von 1998 bis 2002 war Fuchs Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, von 2003 bis 2010 stand sie an der Spitze der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Quelle: ntv.de, ftü/dpa