Politik

Streit um Journalisten Dündar Sabotiert Erdogan die Pressekonferenz?

e208a36a0542ad0143795e3ff05aaece.jpg

Schwieriger Gast in Berlin: Recep Tayyip Erdogan.

(Foto: dpa)

Die gemeinsame Pressekonferenz von Kanzlerin Merkel und dem türkischen Präsidenten Erdogan ist in Gefahr. Erdogan will nicht erscheinen, weil der oppositionelle türkische Journalist Dündar dort zugegen sein will.

Beim Besuch des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan in Deutschland droht ein Eklat. Nach Angaben der "Bild"-Zeitung erwägt Erdogan die Absage der Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, sofern der Journalist Can Dündar dort erscheinen wird.

Dündar ist der ehemalige Chefredakteur der Zeitung "Cumhuriyet" und gilt als entschiedener Gegner des türkischen Staatschefs. Wie das Blatt weiter berichtet, ist Dündar fest entschlossen, an der Pressekonferenz teilzunehmen.

Das Treffen im Kanzleramt ist am späten Vormittag vorgesehen. Die gemeinsame Pressekonferenz ist für 12.30 Uhr geplant.

Dündar wurde im April 2016 wegen "Beleidigung des Staatspräsidenten" zu einer Geldstrafe verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Dündar Erdogan, dessen Sohn Bilal und mehrere Minister in seinen Kolumnen beleidigt habe. Zuvor befand er sich auch im Gefängnis.

Seit Anfang August 2016 schreibt Dündar eine regelmäßige politische Kolumne in der "Zeit" in deutscher und türkischer Sprache. Er trat als Chefredakteur der "Cumhuriyet" zurück. Er sagte, in der Türkei herrsche inzwischen eine islamische Diktatur.

Quelle: n-tv.de, wne

Mehr zum Thema