Politik

Treff von fünf Personen erlaubt Sachsen-Anhalt lockert Kontaktbeschränkungen

Als Teil des Kampfes gegen das Coronavirus beschließt Sachsen-Anhalt Mitte März coronabedingte Kontaktbeschränkungen. Nach dem Bund-Länder-Beschluss zu Lockerungen handelt die Landesregierung in Magdeburg schnell.

Sachsen-Anhalt lockert die seit sechs Wochen geltenden Kontaktbeschränkungen. Von Montag an dürfen fünf Menschen zusammen unterwegs sein, auch wenn sie nicht in einem Haushalt leben. Das teilte die Landesregierung nach einer Kabinettssitzung in Magdeburg mit. Bisher war nur die Begleitung durch einen Menschen oder durch mehr Angehörige des eigenen Haushalts erlaubt. Zudem muss es in Sachsen-Anhalt künftig keinen triftigen Grund mehr geben, um das Haus zu verlassen.

"Neben dem gesundheitlichen Schutz der Bevölkerung ist es auch notwendig, dass wir schrittweise zu einem normalen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben in unserem Land zurückkehren", begründete Ministerpräsident Reiner Haseloff die nun getroffenen Entscheidungen. "Für eine Entwarnung ist es dennoch zu früh", alle sollten sich weiter an bestehende Auflagen halten, betonte er weiter.

Sachsen-Anhalt ist damit das erste Bundesland, das die geltenden Kontaktbeschränkungen gelockert hat. Haseloff und sein Kabinett brachten die fünfte Eindämmungsverordnung auf den Weg, wonach von Montag an alle Einzelhandelsgeschäfte unabhängig von der Größe ihrer Verkaufsfläche wieder öffnen dürfen. Sie müssen aber Auflagen einhalten. Vorgesehen ist auch, dass Kinderspielplätze ab 8. Mai unter bestimmten Bedingungen wieder genutzt werden können. Voraussetzung ist, dass die Landkreise das im Einzelfall oder per Allgemeinverfügung erlauben.

Bewohner von Alten- und Pflegeheimen in Sachsen-Anhalt dürfen zudem wieder Besuch empfangen. Vom 11. Mai an sei eine Stunde Besuch pro Tag von einer Person mit Mund-Nasen-Schutz erlaubt, hieß es. Das Besuchsverbot der vergangenen Wochen sei damit aufgehoben. Die Maskenpflicht in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln gilt ansonsten weiterhin.

Hintergrund der Lockerungen sind die vergleichsweise geringen Infektionszahlen in Sachsen-Anhalt. Bislang ist der Erreger Sars-CoV-2 bei 1572 Menschen nachgewiesen worden, täglich kommen wenige hinzu. Von Donnerstag auf Freitag etwa waren sieben Neuinfektionen registriert worden. 44 Infizierte sind bislang gestorben.

Saarland öffnet alle Geschäfte

Im Saarland können derweil ab Montag alle Geschäfte unter Auflagen unabhängig von Größe und Sortiment wieder öffnen. Das kündigte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans in Saarbrücken an. Damit werde die zuvor geltende Regel gestrichen, dass Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern aufmachen dürfen. Entscheidend sei nun unter Einhaltung der Hygienevorschriften, dass pro 20 Quadratmetern Gesamtfläche nur ein Kunde zugelassen werde. "Das könnte auch ein Modell für ganz Deutschland sein", sagte der CDU-Politiker.

Der Ministerrat beschloss zudem, dass ab Montag unter Auflagen auch Museen, Zoos, Freizeit- und Tierparks sowie Spielplätze unter freiem Himmel öffnen dürfen. Auch Friseure, Kosmetiker und Bildungsstätten dürften wieder aufschließen, sagte Hans. Zudem solle mit der Gastronomie bis Ende des Monats ein Konzept zur Öffnung erarbeitet werden.

*Datenschutz

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Bundesländer hatten sich am Donnerstag auf weitere Schritte für eine vorsichtige Abkehr von den bisherigen Corona-Beschränkungen verständigt. So sollen Spielplätze unter Beibehaltung von Hygiene- und Abstandsregeln wieder öffnen können, ebenso Museen und Zoos. Auch Gottesdienste sollen wieder zugelassen werden.

Nach der Schaltkonferenz von Bund und Ländern hatte die Bundesregierung allerdings verkündet, dass die strengen Kontaktbeschränkungen weiterhin fortbestehen sollen. Vertagt wurden Entscheidungen, wie es mit Schulen und Kitas weitergeht, auch die Perspektiven für Restaurants und Hotels sind offen. Am 6. Mai wollen Merkel und die Länderchefs erneut beraten.

Quelle: ntv.de, cri/dpa/AFP