Politik

Obama wirbt für Clinton Sanders gibt nicht auf

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Macht weiter: Bernie Sanders.

(Foto: REUTERS)

Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders will trotz eines aussichtslosen Rückstandes gegen seine Kontrahentin Hillary Clinton weiterkämpfen. Selbst US-Präsident Barack Obama kann ihn nicht umstimmen.

Die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton kann für ihre Präsidentschaftskandidatur nach wie vor nicht auf die Unterstützung ihres innerparteilichen Rivalen Bernie Sanders zählen. Selbst die direkte Intervention von Präsident Barack Obama, der Sanders am Donnerstag empfing, konnte den Senator nicht zum Ausstieg aus dem Rennen bewegen.

Sanders bekräftigte nach dem Treffen im Weißen Haus, dass er bei den letzten noch ausstehenden Vorwahlen der Demokratischen Partei erneut antreten werde. Diese finden am Dienstag in der Hauptstadt Washington statt. Jedoch sagte Sanders diesmal nicht, dass er auch noch während des Parteitags Ende Juli für seine Nominierung kämpfen werde. Dies hatte er noch am Dienstagabend, nach seiner Niederlage gegen Clinton im bevölkerungsreichsten Bundesstaat Kalifornien, angekündigt.

Der Senator sprach lediglich davon, dass er seine "Anliegen" beim Parteitag vertreten werde, wobei er unter anderem die hohen Studiengebühren und die Steuervermeidung durch Konzerne und Großverdiener nannte. Zugleich kündigte er an, dass er sich in "naher Zukunft" mit Clinton treffen werde. Dabei wolle er besprechen, "wie wir zusammenarbeiten können", um den voraussichtlichen republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump zu besiegen.

Der Präsident stellte sich nach dem Treffen mit Sanders demonstrativ hinter seine ehemalige Außenministerin. "Ich glaube nicht, dass es jemals jemanden gab, der so qualifiziert für dieses Amt war", sagte Obama in einer Videobotschaft. Er sei "heiß darauf", mit Clinton Wahlkampf zu machen. Aus dem Mitarbeiterstab der früheren First Lady hieß es, der erste Auftritt der beiden sei für kommende Woche in Wisconsin angesetzt.

"Enorme Energie"

Obama hatte schon vorher unmissverständlich klar gemacht, dass er die Zeit für einen Ausstieg des Senators für reif hält. In einem Fernsehinterview am Mittwoch sagte er: "Für die Demokratische Partei war es eine gesunde Sache, einen wirklichen Wettbewerb bei den Vorwahlen zu haben." Nun hoffe er aber, dass die Partei in den nächsten Wochen "die Reihen schließen" könne. Obama hatte in der Talkshow von Jimmy Fallon dem Senator auch Respekt gezollt: "Er hat eine enorme Energie und neue Ideen eingebracht. Er hat die Partei vorangetrieben und sie herausgefordert. Ich glaube, Hillary ist dadurch eine bessere Kandidatin geworden." Nun müssten sich die Demokraten aber ganz auf die Auseinandersetzung mit Trump konzentrieren.

Clinton hatte sich die Nominierung in den vergangenen Tagen endgültig gesichert. Sie gewann nicht nur die Vorwahlen in Kalifornien, sondern auch im ebenfalls bevölkerungsreichen New Jersey. Zudem holte sie weitere "Superdelegierte" auf ihre Seite. Dabei handelt es sich um aktuelle oder frühere Amtsträger, die beim Nominierungsparteitag nicht an die Ergebnisse der Vorwahlen gebunden sind.

Dass er dennoch weitermacht, begründet Sanders unter anderem auch mit Umfragen. Sie lassen ihm im direkten Vergleich mit Trump deutlich besser abschneiden als die Ex-Außenministerin. Auch verweist er darauf, dass die insgesamt 712 Superdelegierten, die rund 15 Prozent aller Delegierten ausmachen, noch bis zur Abstimmung beim Parteitag ihre bisherige Kandidatenpräferenz überdenken könnten.

Nach seinem Gespräch mit dem Präsidenten versicherte Sanders allerdings auch, er werde "alles in seiner Macht Stehende" tun, um einen Wahlsieg Trumps zu verhindern: Dieser wäre als Präsident ein "Desaster" für die Vereinigten Staaten.

Quelle: ntv.de, jga/dpa/AFP