Politik

Drohender SPD-Ausschluss Sarrazin gibt sich betont gelassen

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Steht einmal mehr wegen eines möglichen Parteiausschlusses im Rampenlicht: Thilo Sarrazin.

(Foto: picture alliance/dpa)

In einem dritten Anlauf versucht die SPD, den umstrittenen Buchautor Sarrazin aus der Partei zu werfen. Der 73-Jährige zeigt sich wenig überrascht von dem Schritt - und er sieht keinen Grund zur Sorge.

Der Autor und frühere Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin hat gelassen auf das erneute Ausschlussverfahren der SPD gegen ihn reagiert. Der Beschluss des SPD-Parteivorstands sei "Teil des innerparteilichen Machtkampfes um die künftige Linie der SPD", sagte er dem Berliner "Tagesspiegel".

Er sei nicht überrascht über die Entscheidung der Parteiführung und warte nun in Ruhe ab, "was der SPD-Vorstand mir schreiben wird". Er behalte sich vor, einen Anwalt einzuschalten und den Rechtsweg zu beschreiten. Der "Passauer Neuen Presse" sagte er: "Ich weiß, dass ich in meinem neuen Buch 'Feindliche Übernahme' keine sozialdemokratischen Grundsätze verletzt habe. Das gilt auch für meine vorherigen Veröffentlichungen."

Er arbeite mit Fakten, auf deren Basis er seine Argumentation aufbaue. Er sei seit 45 Jahren SPD-Mitglied und seine politischen Grundeinstellungen hätten sich "in diesen 45 Jahren nicht verändert". Von dem Beschluss des Vorstandes habe er aus den Medien erfahren. Es ist der dritte Versuch der SPD-Spitze nach 2010 und 2011 Sarrazin auszuschließen, allerdings sind die Regeln dafür streng. Die heutige SPD-Chefin Andrea Nahles war bereits als Generalsekretärin an den ersten beiden gescheiterten Ausschlussverfahren beteiligt.

Sarrazin argumentiert, nur entstandene Zustände zu beschreiben, nicht aber rassistisch zu argumentieren. Eine seiner zentralen These ist, dass Deutschland eine schleichende Überfremdung durch die starke Zunahme von Einwanderern muslimischen Glaubens drohen könnte. Sein bekanntestes Buch war bisher "Deutschland schafft sich ab", zuletzt erschien: "Feindliche Übernahme. Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht".

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa

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