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Niedriger Ölpreis als Grund? Saudi-Arabiens König feuert Energieminister

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Vom König entlassen: Der oberste Ölpolitiker Saudi-Arabiens bei einem Opec-Treffen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seinen Reichtum verdankt Saudi-Arabien dem Öl. Oberster Ölpolitiker wird nun erstmals ein Prinz. Der gefeuerte Energieminister musste zuvor schon seinen Chefposten beim Ölgiganten Saudi Aramco räumen. Möglicherweise war das Königshaus mit dem Ölpreis unzufrieden.

Saudi-Arabiens Energieminister Chalid al-Falih, eine der einflussreichsten Figuren im weltweiten Ölhandel, ist von seinem Amt entbunden worden. Erst vor wenigen Tagen hatte der früher so mächtige Al-Falih den Posten als Vorsitzender des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco aufgeben müssen. König Salman habe die Absetzung des Ministers angeordnet, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur SPA. Gründe wurden nicht mitgeteilt. Nachfolger wird Prinz Abdulasis bin Salman bin Abdulasis al-Saud.

Es ist das erste Mal, dass ein Mitglied des Königshauses die Verantwortung für die wichtige Ölpolitik des Landes bekommt. Prinz Abdulasis ist ein älterer Halbbruder von Kronprinz Mohammed bin Salman, dem eigentlich starken Mann des Königreichs. Enge Beziehungen werden den beiden aber nicht nachgesagt.

Das islamisch-konservative Saudi-Arabien ist der weltweit größte Öl-Exporteur - und damit auch wichtiges Mitglied im Ölkartell Opec. Al-Falih war bei den Treffen mit den insgesamt 15 Mitgliedern dabei und entschied mit über mögliche Förderkürzungen und -erhöhungen. Zudem trat er immer wieder nach Angriffen auf Ölpumpstationen in Saudi-Arabien in Erscheinung - und warnte, dies seien Angriffe auf die weltweite Energieversorgung.

Börsengang von Saudi Aramco: Höherer Ölpreis erwünscht

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Als der Ex-Energieminister seinen Posten als Vorsitzender des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco verlor, werteten Beobachter den Schritt als Versuch, den immer wieder verschobenen Börsengang des weltgrößten Ölkonzerns voranzutreiben. Das "Wall Street Journal" berichtete unter Berufung auf Insider, dass Kronprinz Mohammed bin Salman mit den Fortschritten unter Al-Falihs Führung unzufrieden gewesen sei. Beim lang erwarteten Börsengang, der nicht vor Ende 2020 stattfinden soll, soll Al-Falih eher zurückhaltend gewesen sein.

Dagegen spekulierte die "Financial Times", dass Al-Falih abgesetzt wurde, weil es ihm nicht gelungen ist, den Ölpreis in die Höhe zu treiben. Der Ex-Minister hatte dazu Gespräche mit anderen Mitgliedern des Opec-Kartells geführt. Gemeinsam wollten die Länder die Ölfördermengen kürzen, damit der Ölpreis steige. Seine Pläne gingen allerdings nicht auf. Auch für den Börsengang von Saudi Aramco wäre ein höherer Ölpreis vorteilhaft.

Seit einiger Zeit liberalisiert Riad seine Wirtschaft und Gesellschaft schrittweise. Der 33 Jahre alte Kronprinz Bin Salman gilt als derjenige, der die gesellschaftliche Öffnung vorantreibt. Gleichzeitig geht das Königreich mit harter Hand gegen Menschenrechtler vor. Das Königshaus steht zudem wegen des brutalen Mordes an dem regierungskritischen Journalisten Jamal Khashoggi im Jahr 2018 unter Druck.

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Quelle: n-tv.de, mau/dpa

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