Politik

Konflikt am Persischen Golf Saudis öffnen Grenze für Pilger aus Katar

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Muslime bei ihrer Pilgerfahrt an der Kaaba in Mekka.

(Foto: picture alliance / Fazry Ismail/)

Ein Zeichen der Entspannung? Saudi-Arabien will bei seiner Blockade Katars eine Ausnahme machen. Pilger aus Katar dürfen zur heiligen Stadt Mekka reisen. Der saudische König macht den Katarern sogar ein besonders generöses Angebot.

Mit der angekündigten Öffnung seiner Grenze für Hadsch-Pilger aus Katar hat Saudi-Arabien eine weitere Eskalation der Krise am Golf vermieden. Rund zwei Wochen vor Beginn der für Muslime heiligen Wallfahrt ordnete König Salman an, Pilger aus dem Nachbarland auch ohne die üblichen elektronischen Einreisegenehmigungen ins Land zu lassen.

Der König will außerdem Pilger vom Flughafen der katarischen Hauptstadt Doha auf seine eigenen Kosten einfliegen lassen, wie die saudische Nachrichtenagentur SPA meldete. Kurz darauf überquerten die ersten Gläubigen aus Katar die Grenze, wie der von Saudi-Arabien finanzierte Nachrichtenkanal Al-Arabija meldete. Rund 120 Pilger seien im Königreich eingetroffen.

Katar begrüßte die Entscheidung. Sie sei ein Schritt nach vorne, um die Blockade seines Landes aufzuheben, sagte Außenminister Mohammed bin Abdulrahman Al Thani nach einem Treffen mit seiner schwedischen Kollegin Margot Wallström in Stockholm. "Wir hoffen, dass die saudischen Behörden mit unseren Regierungseinrichtungen kooperieren werden, um die Sicherheit der Pilger zu garantieren."

Saudi-Arabien hatte Anfang Juni zusammen mit drei anderen arabischen Ländern seine diplomatischen Kontakte zu dem Golfemirat abgebrochen und die Grenze geschlossen. Katars Kontrahenten werfen dem Wüstenstaat die Unterstützung von Terrorgruppen sowie zu enge Beziehungen zum schiitischen Iran vor. In einem umfangreichen Forderungskatalog verlangen sie unter anderem, dass Katar seinen populären Nachrichtenkanal Al-Dschasira schließt. Das Emirat weist die Vorwürfe zurück.

Persönliche Gäste des Königs

Katars Außenminister bekräftigte in Stockholm, sein Land sei weiterhin zu einem Dialog bereit, um die "illegalen Maßnahmen" gegen Katar zu beenden. Saudi-Arabien verkündete die Entscheidung zur Grenzöffnung, nachdem Salman in der Hafenstadt Dschidda ein hochrangiges Mitglied der katarischen Herrscherfamilie empfangen hatte.

SPA zufolge ordnete der Monarch auch an, Pilger von den Flughäfen Dammam und Al-Ahsa im Osten des Landes als persönliche Gäste des Königs weiterzutransportieren. Ende Juli hatte Katar dem Nachbarn noch vorgeworfen, Pilger bei ihrer Reise nach Mekka zu behindern. Das Nationale Menschenrechtskomitee (NHRC) beschwerte sich bei den Vereinten Nationen über die Hürden, mit denen katarische Bürger bei der Hadsch zu kämpfen hätten.

Für jeden gläubigen Muslim ist es eine Pflicht, einmal in seinem Leben nach Mekka zu pilgern. Zu der Wallfahrt in die heilige Stadt der Muslime reisen jedes Jahr Millionen Menschen an. Trotz scharfer Spannungen mit dem sunnitischen Königreich werden in diesem Jahr auch Pilger aus dem schiitischen Iran an der Wallfahrt teilnehmen.

Quelle: ntv.de, kst/dpa