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Zum Nationalfeiertag durften Frauen bereits im September einmal in ein Stadion. Da galt es noch als einmalige Ausnahme.
Zum Nationalfeiertag durften Frauen bereits im September einmal in ein Stadion. Da galt es noch als einmalige Ausnahme.(Foto: AP)
Montag, 30. Oktober 2017

Schritt in Richtung Moderne: Saudische Frauen dürfen ins Stadion

Sportveranstaltungen sind in Saudi-Arabien bislang Männersache. Ab 2018 sollen Frauen drei der großen Stadien des Landes besuchen dürfen. Der Trippelschritt für mehr Rechte ist Teil eines Modernisierungsplans, der Frauen einen Mitnahmeeffekt beschert.

Saudi-Arabien gewährt Frauen ab dem kommenden Jahr den Zugang zu drei Sportstadien. Die allgemeine Sportbehörde werde "die Hauptstadien in Riad, Dammam und Dschidda sanieren, um ab 2018 Familien empfangen zu können", sagte Behördenchef Turki Al-Ascheich laut dem Internetmagazin "Arab News" und anderer Medien. Die Behörde selbst kündigte die Öffnung für Frauen via Twitter an.

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Bislang war Frauen in dem konservativ-islamischen Königreich das Betreten von Stadien verboten. Eine Ausnahme wurde im vergangenen Monat gemacht, als hunderte Frauen zum ersten Mal Zutritt zu einem Sportstadion in Riad gewährt wurde, wo sie - in einer Familiensektion und fern von Junggesellen - die Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag verfolgen konnten.

Hintergrund der Entscheidung sei, den saudischen Sportsektor zu stimulieren und zu unterstützen. Die Maßnahme folgt mehreren Entscheidungen der saudischen Führung, die in kleinen Schritten auf eine größere Gleichstellung von Frauen zulaufen. Ende September hatte König Salman zudem das Fahrverbot für Frauen aufgehoben. Sie sollen ab Juni kommenden Jahres am Steuer sitzen dürfen. Die Entscheidung wurde weltweit begrüßt.

Die angekündigten Lockerungen der vielen Einschränkungen für saudische Frauen sind Teil eines gigantischen Reformprojektes: Im Rahmen von "Vision 2030" will die saudische Führung Wirtschaft und Gesellschaft umfassend modernisieren. Treibende Kraft hinter dem Projekt ist Kronprinz Mohammed bin Salman. Der 32-Jährige will die absolutistische Monarchie, in der mehr als die Hälfte der Einwohner jünger als 25 sind, auf die Zeit vorbereiten, in der die Öleinnahmen nicht mehr so fließen wie bisher.

In dem wahhabitischen Königreich unterliegen Frauen zahlreichen Beschränkungen: Noch immer muss ein männlicher Vormund - meistens der Vater, Ehemann oder Bruder - erlauben, dass eine Frau etwa studieren oder reisen darf.

Quelle: n-tv.de