Politik

Nach Attacke auf Ditib-Moschee Schafsköpfe vor Linken-Büro abgelegt

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Das Büro mit dem Namen "linxxnet Leipzig" ist auch Wahlkreisbüro mehrerer Abgeordneter der Linken.

(Foto: picture alliance/dpa/TNN)

Nach dem Angriff von Demonstranten auf eine Leipziger Moschee kommt es offenbar zu einer Racheaktion. Vor dem Büro der Linken-Abgeordneten Nagel zünden Unbekannte Pyrotechnik und legen abgetrennte Schafsköpfe ab. Nagel spricht von einem "Vergeltungsschlag", der bei ihr jedoch fehllaufe.

Vor dem Büro der Leipziger Linke-Landtagsabgeordneten Juliane Nagel haben Unbekannte laut Polizei am Donnerstagabend Pyrotechnik gezündet und zwei abgetrennte Schafsköpfe platziert. Zudem habe ein Schreiben mit Hinweisen auf Nagels Äußerungen nach Beschädigungen an einer Leipziger Moschee vor dem Büro gelegen, teilte die Polizei am heutigen Freitagmorgen mit.

Der polizeiliche Staatsschutz ermittele, weil ein politisches Motiv nicht auszuschließen sei. Das Büro, das den Namen "linxxnet Leipzig" trägt, ist auch Wahlkreisbüro von weiteren Bundes- und Landtagsabgeordneten der Linke-Partei. Beschädigt wurde beim Zünden der Pyrotechnik vor dem Büro laut Polizei nichts.

Am Montagabend waren mehrere Fenster einer Leipziger Ditib-Moschee beschädigt worden. Ein Polizeisprecher hatte in der Nacht zum Dienstag gesagt, die Moschee sei im Zusammenhang mit einem Aufzug von etwa 100 vermummten Menschen beschädigt worden, die die Polizei als linksmotivierte Gruppe einordne. Diese Angaben bestätigte eine Sprecherin am Dienstag nicht. Am Freitag war die Polizei bislang nicht für weitere Auskünfte zu erreichen.

Nagel fordert zu Dialog auf

Es habe danach im Internet Schuldzuweisungen gegen sie und ihr Büro gegeben, sagte Nagel. Ihren Angaben zufolge habe ihre Stellungnahme dazu sehr unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Neben viel Zustimmung habe es sowohl Kritik von Ditib-Unterstützern gegeben als auch von Linken, die die Nähe des Moscheeverbandes Ditib zum türkischen Staat kritisieren. Nagel hatte auf Twitter geschrieben: "Anschläge auf Moscheen in Deutschland, gar in Sachsen? Geht gar nicht." Es brauche den Gesprächsfaden auch zu Ditib, Unterstützung von Reformbestrebungen und den Zugang zu Moscheegängerinnen und -gängern.

Nach Nagels Angaben seien jüngst drei junge Männer in ihrem Büro erschienen. Sie hätten gedroht, "dass etwas passiert, wenn wir uns nicht eindeutig positionieren zu dem Anschlag auf die Ditib-Moschee", sagte Nagel. Daher sei der Angriff auf ihr Büro als "Vergeltungsschlag" zu lesen, der jedoch fehllaufe. Sie wolle mit der Gemeinde in Kontakt treten und rief die linke Szene im Leipziger Osten auf, das Gespräch zu suchen und Spenden zu sammeln. "Wir lehnen solche Anschläge auf Gebetshäuser, insbesondere von Muslimen, von migrantischen Menschen hier in Leipzig, in Sachsen ab", so Nagel.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa

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