Politik

DUH-Dienstwagen-Ranking Scheuer und Schulze machen meisten Dreck

Sorgen Klimademos für mehr Umweltbewusstsein bei der Politik? Ganz abseits von Lippenbekenntnissen erstellt die Deutsche Umwelthilfe jedes Jahr ein Ranking zu den Dienstwagen der Bundesminister und Länderchefs. Das Ergebnis ist ernüchternd. Verkehrs- und Umweltminister fahren die dreckigsten Autos.

Der Dienstwagen von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer ist nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe (DUH) im Bundeskabinett der mit dem höchsten realen CO2-Ausstoß - obwohl es ein Benzin-Elektro-Hybridwagen ist. Knapp hinter dem CSU-Minister landen die Benzin-Elektro-Hybride von Justizministerin Christine Lambrecht und Umweltministerin Svenja Schulze, beide SPD, teilte die Organisation in Berlin mit. Unter den Länderchefs rangiert der Regierende Bürgermeister von Berlin, der Sozialdemokrat Michael Müller, erneut auf dem schlechtesten Platz.

"Alarmierend" nannte die DUH die auf noch mehr Leistung und kürzere Beschleunigungszeiten ausgelegten Plug-In-Hybridantriebe in den hochmotorisierten Luxuslimousinen. Der Anteil der Plug-In-Hybride bei den deutschen Spitzenpolitikern betrage inzwischen 31 Prozent. Doch anstatt diese Technologie zur Minimierung des Spritverbrauchs auszulegen und möglichst lange rein elektrisch gefahrene Strecken zu ermöglichen, weichen die Normverbrauchsangaben bei dieser Antriebstechnik besonders stark von der Realität ab. Die DUH forderte die Bundes- wie Landespolitiker dazu auf, sich bei der Wahl ihrer Dienstwagen für saubere und gleichzeitig klimafreundliche Fahrzeuge zu entscheiden.

Den niedrigsten CO2-Ausstoß im Bundeskabinett verursachte der Dienstwagen von Entwicklungsminister Gerd Müller von der CSU und das Diesel-Auto von CDU-Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Diesel-Pkw haben zwar einen niedrigen CO2-Ausstoß, sie sind aber laut Umweltbundesamt Hauptquelle für Stickoxid in den Städten. Unter den Länderchefs hat laut DUH der Benzin-Hybrid des sozialdemokratischen Bremer Bürgermeisters Andreas Bovenschulte, der teilweise elektrisch fährt, die niedrigsten Werte.

Gesamt-Emissionen der Politikerflotte steigen wieder

Insgesamt seien die CO2-Emissionen bei Dienstwagen erstmals seit Jahren wieder gestiegen, kritisierte die DUH. Die Umwelthilfe betonte, dass keiner der Dienstwagen der Regierungspolitiker im Bund und in den Ländern die EU-Flottengrenzwerte einhalte - auch die drei Fahrzeuge nicht, die einen reinen Elektroantrieb hätten. Bei Fahrzeugen mit teil- oder vollelektrischem Antrieb wurde den Angaben zufolge der CO2-Gehalt des deutschen Strommixes zugrunde gelegt.

Insgesamt untersuchte die DUH 237 Dienstwagen. Davon verfügten 143 Fahrzeuge über Dieselantrieb, 74 seien mit Plug-In-Hybridantrieb ausgestattet. 17 der Autos seien konventionelle Benziner, drei elektrobetrieben gewesen. Dabei errechnete die DUH den realen Ausstoß der Fahrzeuge, was nicht identisch mit den Angaben zum offiziellen CO2-Normausstoß der Autohersteller ist. Die liegen teils dramatisch darunter. Demnach betrugen die durchschnittlichen Abweichungen bei den untersuchten Modellen von Audi 48 Prozent, bei BMW 46 Prozent, bei Mercedes-Benz 51 Prozent und bei VW 38 Prozent. Bei ihrer eigenen Erhebung stützt sich die Umwelthilfe auf Daten des Umweltforschungsverbunds ICCT.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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