Politik

Anschlagsopfer fordern Verbot Schockbilder von Nizza-Attentat abgedruckt

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Die Bilder von dem Attentat gingen um die Welt.

(Foto: dpa)

Kurz vor dem Jahrestag des Anschlags von Nizza mit 86 Toten druckt ein französisches Magazin Aufnahmen einer Überwachungskamera ab. Opferverbände sind empört, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Nun könnte ein Verbot folgen.

Ein Jahr nach dem Anschlag in Nizza hat das französische Magazin "Paris Match" mit der Veröffentlichung von Überwachungsbildern vom Tatort eine Welle der Empörung ausgelöst. Die Pariser Staatsanwaltschaft forderte in einem Eilantrag, die aktuelle Ausgabe der Illustrierten zu verbieten. Das zuständige Gericht müsse den Verkauf der Ausgabe stoppen und die Verbreitung der Bilder "in allen Formaten" unterbinden, vor allem im Internet. Das Gericht befasst sich am Nachmittag mit dem Fall.

Zwei Opferverbände hatten die Staatsanwaltschaft am Mittwoch aufgefordert, gegen "Paris Match" vorzugehen. Die Staatsanwaltschaft leitete nach eigenen Angaben umgehend Ermittlungen ein, unter anderem wegen des Verrats von Ermittlungsgeheimnissen.

Sensationsgier und Voyeurismus

Der Nationale Verband der Opfer von Anschlägen und Massenunfällen (Fenvac) und die Vereinigung Promenade des Anges, in der sich Hinterbliebene des Nizza-Attentats zusammengeschlossen haben, kritisierten, mit der Veröffentlichung habe das Magazin die Würde der Opfer und ihrer Angehörigen verletzt. Es gehe "Paris Match" nur um Sensationsgier und Voyeurismus.

Auch Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi kritisierte die Veröffentlichung der Bilder als "unerträglich und abstoßend". Den Hinterbliebenen werde damit neuer Schmerz zugefügt.

Der Chefredakteur von "Paris Match", Olivier Royant, erklärte dagegen, die Zeitschrift habe ein Jahr nach dem Anschlag die Opfer "würdigen" wollen. Bilder vom Abend des Attentats seien im Laufe des vergangenen Jahres von vielen Medien abgedruckt und gezeigt worden, verteidigte sich Royant. Es handele sich zudem um Aufnahmen aus größerer Entfernung, eine Identifizierung der Opfer sei darauf nicht möglich.

Ein Scheinwerfer für jeden Toten

In Nizza war vor einem Jahr am 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag, ein Tunesier mit einem Lastwagen in die Menschenmenge auf der bekannten Promenade des Anglais gerast. Er tötete 86 Menschen und verletzte mehr als 430 weitere. Der Islamische Staat (IS) reklamierte die Tat für sich.

Aus Respekt vor den Anschlagsopfern wird Nizza in diesem Jahr auf das traditionelle Feuerwerk vom 14. Juli verzichten. Stattdessen sollen am Abend nach einem Gedenkkonzert Luftballons aufsteigen und 86 Scheinwerfer in den Himmel strahlen - einer für jeden Toten.

Quelle: ntv.de, shu/AFP