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Brexit reicht bis Brunsmark Schotte darf nicht mehr Bürgermeister sein

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Der Nachfolger kann kommen: Brunsmarks Bürgermeister Mcnab ist bereit für den Brexit.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wenn der Brexit kommt, verliert ein Ort in Schleswig-Holstein seinen Bürgermeister. Denn Iain Mcnab ist Schotte und die deutschen Behörden gründlich. Ein Brief informiert den Mann schon im Voraus: Gehen die Briten, verliert er sein Amt. "Bizarr" findet er das.

Das kleine Dorf Brunsmark liegt in Schleswig-Holstein - und nicht in Großbritannien. Dennoch ist für den ehrenamtlichen Bürgermeister des 160-Einwohner-Ortes sehr entscheidend, ob der Brexit kommt oder nicht. Denn wenn Großbritannien aus der EU austritt, verliert er seinen Posten. Schuld daran ist der geplante Brexit. Bürgermeister Iain Macnab ist Schotte.

Ist der Brexit einmal vollzogen, wird McNab von einem Tag auf den anderen Einwohner aus einem Nicht-EU-Staat. Solche Bürger dürfen in Deutschland nicht Bürgermeister sein. Bereits im Dezember haben die schleswig-holsteinischen Behörden McNab per Brief aufgeklärt und den Schotten offiziell darüber informiert, dass er am Tag des Brexits sein Amt niederlegen muss.

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Ein gefragter Mann: Sogar schottische Zeitungen wollen wissen, was Mcnab vom Brexit hält. Die Antwort: Nichts.

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"Ich finde das sehr schade, denn ich bin gerne Bürgermeister und würde es auch gerne weiter bleiben. Aber Gesetz ist nun mal Gesetz", sagt Macnab. "Wenn man bedenkt, dass ich schon seit 43 Jahren in Deutschland lebe und hier Steuern zahle und mich in der Gemeinde engagiere, ist es aber schon ein bisschen bizarr", sagt der 69-Jährige.

Seit die Diskussion um den Brexit an Fahrt aufgenommen hat, muss Macnab viele Interviews geben. "Selbst schottische Zeitungen haben über meinen Fall berichtet." Daran, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen, denkt der Bürgermeister mit britischem Pass allerdings bis heute nicht: "Ich bin seit fast 70 Jahren Schotte, warum sollte ich das jetzt ändern?"

Macnab wurde in der schottischen Stadt Dundee geboren. 1975 kam der gelernte Journalist nach Hamburg. Er arbeitete zunächst als Tontechniker, wechselte in den folgenden Jahren mehrmals die Branche und machte sich schließlich mit einer IT-Firma selbstständig. Seit 1992 lebt er mit seiner deutschen Ehefrau und zwei Kindern in Brunsmark im Kreis Herzogtum Lauenburg. Seit 2003 sitzt er in der Gemeindevertretung. 2008 machten die Wähler den Schotten zum Bürgermeister, 2018 gewann er das Amt auf weitere fünf Jahre.

Mcnab hält den Brexit für einen schweren Fehler

An dem Referendum zum britischen EU-Austritt im Juni 2016 durfte Macnab nicht teilnehmen, da er damals bereits länger als fünfzehn Jahre im Ausland lebte. "Aber ich hätte mit nein gestimmt, ich halte den Austritt für einen schweren Fehler", sagt er. Bei einem Brexit befürchtet er ein Auseinanderbrechen Großbritanniens.

"Bei der Abstimmung 2016 haben die Schotten mehrheitlich für einen Verbleib in der EU gestimmt. Wenn Großbritannien austritt, wird die Schottische Nationalpartei SNP weiteren Zulauf bekommen", prophezeit Macnab, der die Nachrichten in den britischen Medien aufmerksam verfolgt. "Deshalb bin ich für ein zweites Referendum und ich bin überzeugt, dass dieses Mal die Mehrheit für einen Verbleib stimmen würde."

Falls es aber doch zum Brexit kommt, ist er vorbereitet. "Wenn es so weit ist, werde ich den Schlüssel für mein Büro abgeben und einen schönen schottischen Whisky trinken", sagt Macnab. Gut zu wissen: Es gibt ein Leben nach dem Brexit.

Quelle: n-tv.de, Eva-Maria Mester, dpa

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