Politik

Unabhängigkeit von London geplant Schotten wollen in der EU bleiben

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Klare Botschaft am Vorabend des Brexit-Votums in Edinburgh. Doch dann es es anders. Der große Rest der Insel stimmte für den Ausstieg aus der EU.

(Foto: REUTERS)

Im Juni hat sich eine knappe Mehrheit der Briten für einen Ausstieg aus der EU ausgesprochen. Doch im Norden des Vereinigten Königreiches rebellieren die Schotten gegen diesen Schritt. Sie wollen unabhängig werden - und in der EU bleiben.

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon will eine Kampagne für eine erneute Abstimmung über die Unabhängigkeit Schottlands starten. Das kündigte sie bei einer Parteiklausur im schottischen Stirling an. Sturgeon sagte, es sei Zeit für eine neue Debatte.

Die schottische Unabhängigkeit als Folge des britischen Ausscheidens aus der EU (Brexit) sei "eine große Entscheidung", sagte Sturgeon. Die Menschen müssten alle Facetten genau abwägen. Um sicher zu sein, was die Schotten tatsächlich wollten, kündigte die Regierungschefin die "größte Anhörung in der Parteigeschichte an". Eine spezielle Website, Umfragebögen und Bürgerversammlungen sollen die Stimmung testen. Eine eigens eingerichtete Wachstumskommission soll die Erfolgsaussichten für die Wirtschaft und die Auswirkungen auf die Währung betrachten.

Großbritannien hatte bei dem Referendum überraschend für einen Austritt des Königreichs aus der EU gestimmt. Die Wähler im schottischen Landesteil votierten hingegen mit 62 Prozent deutlich für einen Verbleib in der Europäischen Union. Seitdem stemmt sich Schottland gegen einen Austritt und strebt ein neues Referendum über eine Unabhängigkeit von Großbritannien an.

Bereits 2014 war ein solches Referendum über Schottlands Unabhängigkeit jedoch gescheitert. Damals hatten 55 Prozent der Schotten dafür gestimmt, Teil des Vereinigten Königreichs zu bleiben. Meinungsforscher gehen davon, dass sich die Stimmung in Schottland nach dem Brexit-Votum grundlegend geändert hat.

Quelle: ntv.de, ppo/dpa