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Wagenknecht sieht Lebenszeichen Schröder gefällt neue SPD-Führung nicht

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Da konnte er noch lächeln: Altkanzler Schröder mit Frau am Freitag beim Bundespresseball in Berlin.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Überraschungssieg des Duos Walter-Borjans und Esken beim SPD-Mitgliederentscheid bewegt auch politische Ruheständler. Altkanzler Schröder verwirft die Kandidatenkür und das Ergebnis gleich mit. Doch die frühere Linken-Chefin Wagenknecht sieht darin einen Beweis, dass die SPD noch am Leben ist.

Altkanzler Gerhard Schröder hat recht mürrisch auf die neue SPD-Parteiführung reagiert und die Mitgliederabstimmung als Methode gleich mit verworfen. "Ich habe das Verfahren für unglücklich gehalten und das Ergebnis bestätigt meine Skepsis", sagte der Sozialdemokrat dem "Spiegel". Dagegen begrüßte die ehemalige Linksfraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht die Wahl von Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken zu künftigen SPD-Vorsitzenden. "Ich freue mich, dass die SPD doch noch lebt", sagte sie dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) und fügte hinzu: "Die Wahl der neuen Vorsitzenden ist eine gute Nachricht für alle, die sich ein Ende der CDU-Kanzlerschaft und eine sozialere Politik in Deutschland wünschen."

Wagenknecht rechnet laut RND damit, dass die künftige SPD-Führung nun versuchen wird, den Koalitionsvertrag nachzuverhandeln - etwa mit der Forderung nach einem Mindestlohn von zwölf Euro oder mehr Investitionen. Dies allerdings werde bei der Union vermutlich "auf taube Ohren stoßen".

Nach monatelanger Suche hatte die SPD am Samstagabend das Duo Walter-Borjans und Esken als Gewinner des Mitgliederentscheids präsentiert. Sie erreichten 53 Prozent der Stimmen, Vizekanzler Olaf Scholz und Klara Geywitz kamen lediglich auf 45 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 54 Prozent.

Walter-Borjans und Esken sollen beim Parteitag am kommenden Wochenende als neue SPD-Vorsitzende gewählt werden. Sie gelten als GroKo-skeptisch und wollen mit der Union den Koalitionsvertrag nachverhandeln. Da unklar ist, ob CDU und CSU sich darauf einlassen, steht die Große Koalition vor einer schweren Belastungsprobe.

Quelle: n-tv.de, mau

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