Politik

Senat stimmt Waldorfschule zu Schule darf Kind von AfD-Politiker ablehnen

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Die Berliner Waldorfschule wurde für ihre Entscheidung, ein Kind eines AfD-Politikers abzulehnen, auch kritisiert.

(Foto: picture alliance/dpa)

Eine Privatschule in Berlin eintscheidet sich vergangenen Herbst dazu, ein Kind eines AfD-Politikers abzulehnen. Dafür ernten sie von verschiedenen Seiten Kritik. Der Berliner Senat stärkt der Walddorfschule nun den Rücken und trifft eine Entscheidung.

Die Entscheidung einer Berliner Waldorfschule, das Kind eines AfD-Politikers abzulehnen, ist nach Einschätzung des Berliner Senats rein rechtlich völlig in Ordnung. Das Vorgehen der Schule sei auf dieser Ebene "nicht zu beanstanden", teilte die Senatsschulverwaltung mit. Das habe eine Bewertung des Falls ergeben.

Privatschulen hätten das Recht auf die Auswahl ihrer Schüler. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) sei dabei nur "eingeschränkt anwendbar", nämlich "bei Benachteiligung aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft", hieß es weiter. Privatschulen könnten ihren Unterricht im Hinblick auf Erziehungsziele, Weltanschauung, Methoden und Inhalte eigenverantwortlich gestalten. Diese Gestaltungsfreiheit gelte auch für die Auswahl der Schüler.

Angst vor Einfluss des Vaters

Die Waldorfschule hatte nach langen Diskussionen von Lehrern und Eltern die Aufnahme des Kindes des Berliner AfD-Abgeordneten abgelehnt. Zur Begründung hieß es im vergangenen Herbst, die Schule sehe keine Möglichkeit, das Kind, das den zugehörigen Waldorf-Kindergarten besuchte, mit der nötigen Unvoreingenommenheit und Unbefangenheit aufzunehmen.

Die Meinungsverschiedenheit innerhalb der Eltern- und Lehrerschaft seien in dieser Frage so groß, dass eine Aufnahme des Kindes für fortwährendes Konfliktpotenzial an der Schule gesorgt hätte, hieß es weiter. Als Grund für die nun gefallene Entscheidung wird die Befürchtung geäußert, dass der Vater des Kindes mit seiner rechtsnationalen Gesinnung Einfluss auf Schule und Schüler nehmen könnte.

Berlins Schulsenatorin Sandra Scheeres von der SPD sah die Entscheidung damals "sehr kritisch". Auch der Bund der Freien Waldorfschulen hatte erklärt, er wünsche sich, dass die Schule ihre Entscheidung noch einmal überdenke. Der Berliner AfD-Fraktionsvorsitzende Georg Pazderski sprach von "Ausgrenzung und Sippenhaft".

Quelle: ntv.de, vck/dpa