Politik

Merkel statt Kandidaten plakatiert Schulz greift CDU-Wahlkampf an

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Kanzlerin statt Europa-Kandidaten: Die CDU macht EU-Wahlkampf mit Merkel. Martin Schulz (Plakat rechts) kritisiert das.

(Foto: picture alliance / dpa)

Im Europawahlkampf will die CDU mit Kanzlerin Merkel punkten. Sie lächelt von den Plakaten, nicht die eigentlichen Kandidaten. Damit würden die Leute für dumm verkauft, sagt SPD-Politiker Schulz, der sich gleichzeitig Angriffen aus der CSU erwehren muss.

Der Spitzenkandidat der Sozialdemokraten bei der Europawahl am 25. Mai, Martin Schulz, hat den Europawahlkampf der CDU als irreführend kritisiert. "Ich finde es bemerkenswert, dass die CDU weder ihren nationalen noch den EU-weiten Spitzenkandidaten plakatiert, sondern stattdessen Frau Merkel an den Laternenpfählen hängt", sagte Schulz der "Bild am Sonntag". Das sei ein "Versuch, die Leute für dumm zu verkaufen, denn Frau Merkel steht bei der Europawahl nicht zur Wahl."

SPD-Vize Ralf Stegner zeigte sich unterdessen empört über die CSU-Angriffe gegen Schulz. "Während die CDU-Schwesterpartei von Berlusconi einen anti-deutschen Wahlkampf führt, erklärt (CSU-Generalsekretär Andreas) Scheuer nun, dass der Spitzenkandidat der SPD nur ein Fassaden-Deutscher sei", sagte Stegner in Berlin.

"Bei Konservativen verrutschen alle Maßstäbe"

"Bei der Union darf man Sozialdemokraten wieder als 'undeutsch' diffamieren. Offensichtlich verrutschen bei den Konservativen erneut alle Maßstäbe." Zwei Wochen vor der Europawahl hatte die CSU Schulz auf ihrem Parteitag in Nürnberg scharf angegriffen. "Ein potenzieller Kommissionspräsident, der sich für Eurobonds und Schuldentilgungsfond einsetzt, versündigt sich an den Menschen in Europa", meinte CSU-Spitzenkandidat Markus Ferber. CSU-Generalsekretär Scheuer sagte: "Die Fassade und die Person stammen aus Deutschland, aber die Stimme und die Inhalte stammen aus den Schuldenländern."

"So wie sie früher Willy Brandt als vaterlandslosen Gesellen beschimpften, wird nun Martin Schulz gemeinsam von Berlusconi und CSU verunglimpft", sagte Stegner dazu. "Wer sich bei den Rechtspopulisten so anbiedert, hat die entschlossene Gegenwehr der Demokraten verdient."

Schulz sieht die hohen Umfragewerte für radikale und populistische Parteien mit Sorge. Die AfD sei eine "verunglückte Kopie der amerikanischen Tea-Party-Bewegung", sagte der SPD-Politiker. Wer, wie die AfD, die EU mit Nordkorea vergleiche, gehöre nicht ins Europaparlament. "Schon heute sitzen 90 Vertreter der rechtsextremen und populistischen Parteien im Europaparlament, nach der Wahl könnten es 120 bis 140 sein", warnte Schulz. "Diese Parteien haben für alles einen Sündenbock, aber für nichts eine Lösung."

Quelle: ntv.de, mli/dpa/AFP

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