Politik

Klares Votum bei Volksabstimmung Schweizer stimmen für Ehe für alle

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Befürworter der gleichgeschlechtlichen Ehe freuen sich über das Ergebnis der Volksabstimmung.

(Foto: picture alliance/dpa/KEYSTONE)

In den meisten Ländern Westeuropas ist die gleichgeschlechtliche Ehe bereits erlaubt. Nun zieht auch die Schweiz nach. Eine Volksabstimmung von Gegnern der Ehe für alle scheitert deutlich.

Als eines der Schlusslichter in Westeuropa erlaubt die Schweiz nun auch die Ehe für alle. Der Vorstoß von Kritikern, die dies verhindern wollten, ist bei einer Volksabstimmung deutlich gescheitert. Nach Auszählung der Stimmen in 19 von 26 Kantonen waren 62,1 Prozent der Wählerinnen und Wähler für die Zulassung der Eheschließung von lesbischen und schwulen Paaren. Die Gesetzesänderung war schon beschlossen, aber wegen der Abstimmung auf Eis gelegt. Wann die Gesetzesänderung in Kraft tritt, muss die Regierung noch festlegen.

Die Gegner hatten vergeblich versucht, mit Fotos von weinenden Kindern Stimmung zu machen. Es gehe nicht nur um die Paare, sondern auch das Wohl der Kinder. Sie behaupteten ohne wissenschaftliche Grundlage, dass Kinder es in sogenannten Regenbogenfamilien schwer hätten. Ihnen geht es besonders gegen den Strich, dass diese Paare nun Kinder adoptieren dürfen und lesbische Frauen Zugang zur Samenspende haben.

Seit 1942 wird Homosexualität in der Schweiz nicht mehr bestraft. Allerdings führten zahlreiche regionale Polizeistellen teils noch bis in die 90er Jahre sogenannte "Schwulenregister". Anfang 2020 wurde Homophobie in der Schweiz unter Strafe gestellt, das Schweizer Parlament fasste dann nach jahrelanger Debatte auch einen Beschluss zugunsten der Ehe von Homosexuellen in dem 8,6 Millionen Einwohner zählenden Land.

Bislang war für gleichgeschlechtliche Paare eine eingetragene Lebenspartnerschaft möglich. Pro Jahr wurden etwa 700 solcher Partnerschaften geschlossen. Die gleichen Rechte wie eine Ehe, etwa hinsichtlich Fragen von Staatsbürgerschaft oder der Adoption von Kindern, bot eine solche Lebensgemeinschaft aber nicht.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa/AFP

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