Politik

Offenbar 27 Tote und 80 Verletzte Schwere Explosion erschüttert Bangkok

Viele Einwohner und Touristen treffen sich allabendlich am Erawan-Schrein in der thailändischen Hauptstadt. An diesem Abend explodiert dort eine gewaltige Bombe. Unter den Toten und Verletzten sind auch Ausländer. Der Anschlag gilt vor allem dem Tourismus.

Bei einem Bombenanschlag im Zentrum von Bangkok sind nach Medienberichten 27 Menschen getötet worden. "Der Sprengsatz explodierte vor einem Schrein nahe einem Einkaufszentrum", berichtete unser Reporter Alexander Grawe aus der thailändischen Hauptstadt. Unter den Opfern sei "eine erhebliche Zahl von Ausländern", sagte Polizeichef Prawut Thavornsiri am Abend. Zudem seien rund 80 Menschen verletzt worden.

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Am Ort des Geschehens in der Nähe des Hyatt-Eriwan-Hotels.

(Foto: AP)

"Die Täter wollten unsere Wirtschaft und den Tourismus zerstören, deshalb ereignete sich der Vorfall im Herzen des Touristenviertels", sagte Verteidigungsminister Prawit Wongsuwan. Nach dem Attentat verschärften die Behörden die Sicherheitskontrollen an großen Kreuzungen und bei Touristenattraktionen. Die Sicherheitskräfte riegelten den Anschlagsort ab.

Suche nach weiteren Bomben

"Wir suchen nach weiteren zwei bis drei Bomben, weil wir ein verdächtiges Objekt entdeckt haben", sagte Polizeichef Thawornsiri. "Da es eine weitere Explosion geben könnte, haben wir den Tatort abgeriegelt und die Leute aufgefordert, Abstand zu halten."

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Eine Archivaufnahme vom Eriwan-Schrein in Bangkok

(Foto: dpa)

Nach Graves Angaben, befand sich zum Zeitpunkt des Anschlags eine chinesische Reisegruppe an dem Schrein. Das erkläre auch die relativ hohe Zahl von chinesischen Staatsbürgern unter den Opfern. Die thailändischen Behörden hätten die Bevölkerung um Blutspenden gebeten. 

"Ich kann bestätigen, dass es eine Bombe war, wir können noch nicht sagen, welchen Typs", sagte Thavornsiri. Noch habe sich niemand zu der Tat bekannt. Er machte keine Angaben dazu, welcher Nationalität die Toten und Verletzten sind. Derweil hat sich auch das Auswärtige Amt eingeschaltet. Die deutsche Botschaft bemüht sich um Aufklärung, ob auch Deutsche unter den Opfern sind.

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Auch ausländische Touristen sollen unter den Opfern sein.

(Foto: AP)

Auf einer Überwachungskamera war an einer belebten Kreuzung ein riesiger Feuerstoß zu sehen, dann rannten Passanten in verschiedene Richtungen davon.

Die Explosion ereignete sich gegen 19.00 Uhr Ortszeit vor dem Erawan-Schrein im zentralen Viertel Chidlom. Dort hatten sich zu dieser Zeit viele Besucher eingefunden, die an dem Hindu-Schein traditionell um Glück bitten. In der Nähe befindet sich auch das bei ausländischen Touristen beliebte Erawan-Hotel. Abends treten dort mehrmals pro Stunde Tänzerinnen in prunkvollen Kostümen auf.

"Ich habe im Hyatt-Erawan-Hotel zu Abend gegessen, als eine riesige Explosion das Gebäude erschüttert hat", berichtete Eric Seldin, ein Augenzeuge der in Bangkok arbeitet. "Als wir 15 Minuten später nach draußen durften, habe ich mehrere mit Tüchern bedeckte Körper gesehen."

Die thailändischen Streitkräfte kämpfen im Süden des Landes gegen muslimische Aufständische. Anschläge im Landesinnern sind aber selten. In dem Land, in dem Buddhisten die große Mehrheit der Bevölkerung stellen, herrschen seit Mai vergangenen Jahres die Streitkräfte. Sie hatten die gewählte Regierung nach monatelangen Protestaktionen der Bevölkerung gestürzt.

Quelle: ntv.de, ppo//AFP