Politik

"Bei Aldi und Co. verramscht" Schwesig wettert gegen Discounter-Tests

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Die Bürger sind wild auf die neuen Selbsttests, Manuela Schwesig spricht von "Verramschen".

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Der Ansturm auf die neuen Selbsttests bei Aldi und Lidl ist riesig. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin platzt deshalb der Kragen. Sie spricht von "Verramschen" und gibt dem Bund die Schuld, dass Kitas und Schulen auf Tests warten müssen.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat den Bund für fehlende Corona-Selbsttests verantwortlich gemacht und scharf kritisiert. "Ich will an dieser Stelle nicht verhehlen, dass ich sehr verärgert bin darüber, dass der Bund es zulässt, dass zunächst Aldi und Co. Selbsttests verramschen können und wir die Selbsttests erst Mitte März geliefert bekommen", sagte die SPD-Politikerin in Schwerin. Mecklenburg-Vorpommern habe bereits vor der Ministerpräsidentenkonferenz zwei Millionen dieser Selbsttests geordert, "weil wir geahnt haben, dass wir uns nicht auf den Bund verlassen können", sagte sie. Es könne in der Corona-Pandemie nicht sein, dass der Markt über den Schutz für Kinder und Jugendliche bestimme. Dies hätte der Staat tun müssen, sagte Schwesig. Mit mehr Selbsttests seien Lockerungen in Kitas und Schulen eher möglich.

Bereits am Vortag hatte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer den Bund in Schutz genommen und Schwesig Wahlkampfgetöse vorgeworfen. "Auf Corona-Wahlkampf hat keiner in Deutschland Lust", sagte der CDU-Politiker. In Mecklenburg-Vorpommern wird am 26. September parallel zum Bundestag ein neues Landesparlament gewählt. Zugleich warf er Schwesig indirekt vor, Selbsttests und Schnelltests verwechselt zu haben. "Schnelltests sind im Übermaß produziert und lieferbar. Die neuen Selbsttests sind erst seit wenigen Tagen zugelassen. Der Vorwurf an den Bund ist billig", sagte Kretschmer am Freitag. Die Zusage des Bundes, die Hälfte der Kosten für die Testung in Schulen und Kitas zu übernehmen, sei eine wichtige Unterstützung.

Die Discounter Aldi und Lidl zeigten sich am Nachmittag vom riesigen Ansturm auf die ersten Corona-Selbsttests im Einzelhandel überrascht. "Die Artikel, die wir stationär in den Filialen vorrätig hatten, waren am Vormittag in den meisten unserer Filialen erwartungsgemäß ausverkauft", teilten Aldi Süd und Aldi Nord mit. Das Interesse an den Tests habe den Discounter "in dieser Intensität doch überrascht". Beim Konkurrenten Lidl, der die Schnelltests zunächst nur online anbot, brach zeitweise die Internetseite zusammen. "Unsere Webseite ist derzeit nicht erreichbar. Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt erneut", war über Stunden auf der Website zu lesen.

Selbsttests sind Ergänzung zu Schnelltests

Die Selbsttests sollen eine Ergänzung zu den Schnelltests sein, die durch geschultes Personal vorgenommen werden müssen. Das Bundesgesundheitsministerium wies darauf hin, dass die Selbsttests es ermöglichten, "schnell und unkompliziert zu überprüfen, ob eine akute Infektion mit dem Coronavirus vorliegt". Zu beachten sei allerdings auch, dass bei Symptomen oder Kontakt zu Infizierten ein Selbsttest nicht ausreiche, sondern in diesem Fall Ärztin oder Arzt kontaktiert und ein PCR-Test gemacht werden solle.

Das Haus von Gesundheitsminister Jens Spahn steht in der Frage der Verfügbarkeit von Tests in der Kritik, nicht zuletzt, nachdem der Ressortchef zunächst zugesagt hatte, dass alle Bürger vom 1. März an kostenlose Corona-Schnelltests bekommen sollten. Ab Montag will der Bund für alle Bürger mindestens einmal pro Woche einen Schnelltest finanzieren. Getestet werden soll in lokalen Testzentren, welche die Kommunen mit Partnern organisieren. Bereits am Freitag hatte Spahn betont, dass die Lager nach Herstellerangaben voll seien, die Tests aber nicht überall gleich am Montag bereitstehen würden, da diese auch ausgeliefert und die Anwendung organisiert werden müsste.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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