Politik

Deutsche Flüchtlingsretter "Sea Watch 3" darf nicht mehr auslaufen

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Die "Sea Watch 3" (r., hier im spanishen Burriana) bleibt vorerst vertäut.

(Foto: imago images/Tim Wagner)

Gerade noch bringt die "Sea Watch 3" mehr als 200 aus dem Mittelmeer gerettete Flüchtlinge nach Italien - nun darf das deutsche Rettungsschiff nicht mehr aus dem Hafen auslaufen. Hilfsorganisationen fühlen sich durch die Kontrollen an ihrer Arbeit gehindert.

Die italienische Küstenwache hat ein Fahrverbot für das deutsche Rettungsschiff "Sea Watch 3" verhängt. Als Grund gab sie "technische und operative" Sicherheitsmängel und Verstöße gegen Umweltschutzauflagen an. Die "Sea Watch 3" dürfe erst wieder auslaufen, wenn alle Mängel behoben seien.

Die Inspektion habe diverse Unregelmäßigkeiten technischer und operationeller Natur zutage befördert, die nicht nur die Sicherheit des Schiffes und seiner Besatzung, sondern auch die der Geretteten und künftig Geretteter gefährden könne, erklärte die Küstenwache. Nähere Angaben zu den Mängeln machte sie nicht.

Das Schiff der deutschen Hilfsorganisation Sea Watch liegt derzeit im sizilianischen Hafen Porto Empedocle, nachdem es im Juni bei drei Hilfseinsätzen 209 Menschen gerettet hatte. Auf Anordnung der italienischen Regierung befinden sich die Flüchtlinge derzeit auf einer Passagierfähre in Quarantäne.

Die humanitären Hilfsorganisationen sehen sich durch Kontrollen und Fahrverbote regelmäßig in ihrer Arbeit behindert. Die italienische Küstenwache betont hingegen, es handele sich um routinemäßige Kontrollen der Einhaltung von internationalen und EU-Regeln sowie Vorschriften zum Schutz der Meere.

Quelle: ntv.de, mra/AFP