Politik

Bald ein "unpolitischer Mensch" Seehofer kündigt Abschied aus Politik an

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Innenminister Seehofer lobt die Kanzlerin für ihre Krisenpolitik.

(Foto: picture alliance/dpa)

Man werde ihn "in keinem Aufsichtsrat finden", sagt Innenminister Seehofer über die Zeit nach dem Ende seiner Laufbahn. Schon bald soll es so weit sein: Nach der nächsten Wahl werde er ein "unpolitischer Mensch sein. Eine kleine Ausnahme hält Seehofer dabei aber doch für möglich.

Bundesinnenminister Horst Seehofer von der CSU will nach Ablauf der Legislaturperiode ganz aus der Politik aussteigen. Nach der nächsten Bundestagswahl beginne für ihn ein "totales Kontrastprogramm zu dem, was ich seit 50 Jahren mache", sagte der 70-Jährige dem "Spiegel". Er werde dann ein "unpolitischer Mensch" sein. "Sie werden mich in keinem Aufsichtsrat finden." Die Bundestagswahl im kommenden Jahr wird für Spätsommer oder Herbst erwartet.

"Sie werden mich mit der aktuellen Politik nicht locken können, auch wenn sie mich vielleicht noch so ärgert", fügte der CSU-Politiker hinzu. Für die Krisenpolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel von der CDU in der Corona-Pandemie fand Seehofer lobende Worte: "Das war genau die richtige Strategie." Auf Deutschland komme jetzt noch eine "lange, lange Arbeitsstrecke" zu, um die Coronakrise zu überwinden. "Und da brauchen wir die Kanzlerin."

Das Land sei bisher gut durch die Krise gekommen, sagte Seehofer weiter. "Dies alles führt bei mir zu der Zuversicht, dass wir das Virus weiter zurückdrängen und vielleicht sogar überwinden können." Über sein Zerwürfnis mit Merkel vor zwei Jahren zur Migrationsfrage will sich Seehofer derzeit nicht äußern. "Die Virologen haben einen schönen Satz: In der Krise schaut man nicht zurück", sagte er. Er werde über das Thema aber "vielleicht später einmal viel schreiben" - und damit wäre er dann doch nicht mehr ganz "unpolitisch".

Quelle: ntv.de, lwe/dpa/DJ