Politik
Donald Trump bei einem Wahlkampfauftritt in Reno im US-Bundesstaat Nevada.
Donald Trump bei einem Wahlkampfauftritt in Reno im US-Bundesstaat Nevada.(Foto: AP)
Sonntag, 06. November 2016

Gauck schaut mit Sorge auf US-Wahl: Seehofer würde Trump willkommen heißen

Auch in Europa beobachtet man das Rennen um die US-Präsidentschaft. Bayerns Ministerpräsident Seehofer stellt schon mal klar, dass er keinen Unterschied machen würde zwischen Trump und Clinton. Andere erwarten eine Belastung der Beziehungen.

CSU-Chef Horst Seehofer hat sich gegen eine deutsche Einmischung in den US-Wahlkampf ausgesprochen. "Wenn das amerikanische Volk sich in einer demokratischen Abstimmung für eine Person entscheidet, haben das Demokraten in Deutschland und Bayern zu akzeptieren", sagte Seehofer der "Bild am Sonntag". "Wir dürfen uns nicht als Oberlehrer der ganzen Welt aufführen."

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Nach Worten des bayerischen Ministerpräsidenten wären beide US-Präsidentschaftskandidaten willkommene Gäste. "Wir würden Donald Trump genauso behandeln wie Hillary Clinton", sagte Seehofer: "Beide wären herzlich willkommen in München."

Dagegen äußerte sich Bundespräsident Joachim Gauck beunruhigt über die bevorstehende US-Präsidentschaftswahl. "Beim Blick nach Washington bin ich besorgt", sagte er dem "Spiegel". Angesprochen auf einen möglichen Wahlsieg Trumps sagte Gauck: "Was uns unter anderem Sorgen machen muss, ist seine Unberechenbarkeit." Man könne nicht sagen, was von einem Präsidenten Donald Trump zu erwarten wäre, so Gauck. "Das halte ich - zusammen mit vielen Menschen in den USA und bei uns - für ein Problem."

"Eine historische Belastung"

Er hoffe, "dass die US-amerikanische Demokratie, die ja den Präsidenten nicht zum Autokraten macht, dass das System der checks and balances, der gegenseitigen Kontrolle, der eingehegten Macht auch künftig tragen" würde, sagte der Bundespräsident weiter.

Gegen Trump Position bezog auch der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen. "Für das deutsch-amerikanische Verhältnis wäre eine Wahl von Trump zum Präsidenten eine historische Belastung", sagte der CDU-Politiker der "BamS". "Es würde zur tiefsten Entfremdung in unseren Beziehungen seit dem Vietnamkrieg führen."

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid für die Zeitung befürchten 77 Prozent der Deutschen eine Belastung des Verhältnisses zu den Vereinigten Staaten, wenn Trump Präsident wird. Bei einem Wahlsieg von dessen Rivalin Hillary Clinton erwarten 67 Prozent, dass die Freundschaft zu den USA unverändert bleibt. In den USA wird am Dienstag ein neuer Präsident gewählt.

Quelle: n-tv.de