Politik

Appell an die Bevölkerung Selenskyj: "Müssen alles tun, um diesen Winter zu überleben"

Angesichts der tiefen Temperaturen und der russischen Angriffe auf die Infrastruktur ruft der ukrainische Präsident Selenskyj seine Landsleute mit eindringlichen Worten zum Durchhalten auf. Unterdessen rechnet das Flüchtlingshilfswerk der UN mit einer Zunahme Vertriebener.

Mit Blick auf die kalte Jahreszeit hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj an das Durchhaltevermögen und die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung appelliert. "Der Feind hofft sehr, den Winter gegen uns zu verwenden: die Winterkälte und Not zu einem Teil seines Schreckens zu machen", sagte er am Sonntagabend in seiner täglichen Videobotschaft. "Wir müssen alles tun, um diesen Winter zu überleben, egal wie hart er ist." Diesen Winter zu ertragen bedeute, alles zu ertragen.

Russland habe zwar einen Vorteil durch Raketen und Artillerie. "Aber wir haben etwas, was der Besatzer nicht hat und nicht haben wird. Wir schützen unser Zuhause, und das gibt uns die größtmögliche Motivation", betonte Selenskyj. Das ukrainische Volk kämpfe für die Freiheit und verteidige die Wahrheit, sagt er. "Um den Winter zu überstehen, müssen wir widerstandsfähiger und vereinter denn je sein", appellierte Selenskyj an die Ukrainer.

Angesichts des Winterwetters und anhaltender russischer Angriffe auf die zivile Infrastruktur rechnet das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) eher mit einer Zunahme der Vertreibung innerhalb der Ukraine als mit einer großen Fluchtbewegung in Richtung der EU-Staaten. "Das wahrscheinlichste Szenario ist eine weitere Vertreibung innerhalb der Ukraine", sagte UNHCR-Chef Filippo Grandi in einem Interview mit dem "Spiegel". "Ich hoffe, dass es keine weitere große Flüchtlingsbewegung geben wird." Gleichzeitig schränkte er ein: "Aber Krieg ist unberechenbar."

Ihn beunruhige, dass diejenigen, die jetzt noch ins Ausland fliehen könnten, höchstwahrscheinlich mehr Unterstützung bräuchten. "Anders als im Frühjahr werden diesmal mehr öffentlich betriebene Unterkünfte nötig sein, und dafür werden Mittel benötigt", sagte Grandi mit Blick auf den Winter. Daher sollten Länder wie Polen und Tschechien, die eine besonders große Last zu tragen hätten, finanziell unterstützt werden, forderte er.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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