Politik

Videobotschaft nach Putin-Show Selenskyj: Ukraine wird NATO-Mitgliedschaft beantragen

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Selenskyj kündigt an, dass sein Land in die NATO will.

(Foto: picture alliance/dpa/APA Images via ZUMA Press Wire)

In Moskau annektiert Staatschef Putin in einer Zeremonie vier besetzte Gebiete in der Ukraine. Nur kurze Zeit später kündigt der ukrainische Präsident Selenskyj an, dass sein Land die Mitgliedschaft in der NATO beantragen werde.

Nach der Annexion besetzter Gebiete in der Ukraine durch Russland will Kiew die Mitgliedschaft in der NATO beantragen. Das kündigte Staatschef Wolodymyr Selenskyj in einer bei Telegram verbreiteten Videobotschaft mit. "De facto haben wir den Weg zur NATO bereits hinter uns. De facto haben wir die Übereinstimmung mit den Standards der Allianz bereits bewiesen", sagte er. Diese seien für die Ukraine real - real auf dem Schlachtfeld und in allen Aspekten unserer Handlungen. "Mit der Unterzeichnung des Antrags der Ukraine auf die Mitgliedschaft in der NATO im beschleunigten Verfahren machen wir einen entscheidenden Schritt", sagte er weiter.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat die Politik der offenen Tür des Bündnisses betont. Jede Demokratie in Europa habe das Recht, einen Antrag auf Nato-Mitgliedschaft zu stellen, betonte er. Dies werde von den Verbündeten respektiert. Eine Entscheidung müsse aber von allen Mitgliedstaaten im Konsens getroffen werden. Derzeit konzentriere man sich auf die unmittelbare Unterstützung der Ukraine. "Das ist das Hauptaugenmerk und die Hauptanstrengung der NATO-Verbündeten", sagte Stoltenberg weiter.

Verhandlungen mit Kremlchef Wladimir Putin schloss Selenskyj derweil aus. Die Ukraine sei bereit zum Dialog mit Russland - allerdings erst unter einem anderen russischen Präsidenten, sagte er. Allgemein gilt als Voraussetzung für einen Nato-Beitritt, dass der Beitrittskandidat nicht in internationale Konflikte und Streitigkeiten um Grenzverläufe verwickelt sein darf.

 

Zuvor hatte Putin bei einer Zeremonie in Moskau vier in der Ukraine besetzte Regionen zu russischem Territorium erklärt und die dortigen Bewohner als russische Staatsbürger bezeichnet. "Die Bewohner von Luhansk und Donezk, Cherson und Saporischschja werden für immer unsere Bürger", sagte er. "Die Menschen haben für unsere gemeinsame Zukunft gestimmt."

Die ukrainische Regierung, die Putin durchgehend nur das "Kiewer Regime" nannte, forderte der Kremlchef auf, sofort alle Kampfhandlungen einzustellen und das Ergebnis des Volkswillens in den annektierten Gebieten anzuerkennen. Andernfalls werde Russland sich verteidigen, mit allen Mitteln.

Quelle: ntv.de, uzh/jwu/dpa

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