Politik

Wichtiger Eisenbahnknotenpunkt Separatisten verkünden Einnahme von Lyman

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Lange hart umkämpft, soll sich der Eisenbahnknotenpunkt Lyman nun in der Hand der prorussischen Separatisten befinden.

(Foto: REUTERS)

Die ostukrainische Stadt Lyman ist strategisch besonders wichtig. Nun erklären die prorussischen Separatisten, dass sie diese "vollständig" kontollieren. Eine Einnahme der Stadt könnte auch Folgen haben für die Verteidigung von Slowjansk und Kramatorsk.

Prorussische Separatisten haben ihre Einnahme der strategisch wichtigen Stadt Lyman im Osten der Ukraine erklärt. Mit Unterstützung der russischen Streitkräfte hätten sie "die vollständige Kontrolle" über Lyman erlangt, teilte der Generalstab der Separatisten in der Region Donezk bei Telegram mit. Insgesamt hätten die Separatisten "220 Ortschaften befreit". Lyman ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt nordöstlich von Slowjansk und Kramatorsk.

Die Eroberung von Lyman würde einen russischen Vormarsch auf die beiden Städte ermöglichen, die noch unter ukrainischer Kontrolle stehen. Die Ukraine hatte Slowjansk 2014 von den Separatisten zurückerobert. Kramatorsk ist die Hauptstadt des ukrainisch kontrollierten Teils der Region Donezk.

Russland und die Ukraine äußerten sich nicht zu der gemeldeten Einnahme. Eine unabhängige Überprüfung war nicht möglich. Am Dienstag hatten die Separatisten bereits gemeldet, sie kontrollierten die Hälfte der Stadt.

Leichenfunde in Mariupol

In der mittlerweile von russischen Truppen eingenommenen ukrainischen Hafenstadt Mariupol wurden indes nach Angaben eines Lokalpolitikers Dutzende weitere Leichen von Bewohnern gefunden. Rettungskräfte hätten insgesamt rund 70 leblose Körper auf einem ehemaligen Fabrikgelände entdeckt, schrieb der Mariupoler Stadtratsabgeordnete Petro Andrjuschtschenko bei Telegram. Die Menschen seien unter den Trümmern begraben worden, als russische Besatzer das Gebäude beschossen, schrieb er.

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Mariupol, das wochenlang von russischen Truppen belagert war und schließlich eingenommen wurde, ist international zu einem Symbol für die Brutalität des russischen Angriffskriegs geworden. Für besonderes Entsetzen sorgten in den Wochen nach Kriegsbeginn Angriffe auf eine Geburtsklinik sowie auf ein Theater, das Zivilisten als Luftschutzkeller diente.

Später belagerten russische und prorussische Militärs wochenlang das Stahlwerk Asowstal, in dem sich die letzten ukrainischen Verteidiger verschanzt hatten. Vor mehr als einer Woche ergaben sich die mehr als 2400 Männer und Frauen. Sie sind nun in russischer Gefangenschaft.

Quelle: ntv.de, ghö/dpa/AFP

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