Politik

Hamas spricht von Vergeltung Sieben Tote durch Schüsse in Ost-Jerusalem

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Die Opfer des Terroristen kamen aus der Synagoge.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Eine Schießerei in Ostjerusalem in der Nähe einer Synagoge fordert sieben Tote und viele Verletzte. Die Hamas erklärt, der Anschlag sei eine Vergeltung für die blutige Operation des israelischen Militärs am Vortag im Westjordanland. In Gaza gibt es Jubelkorsos.

In einer israelischen Siedlung in Ost-Jerusalem sind mehrere Menschen durch Schüsse getötet worden. Die Polizei sprach am Abend von einem Anschlag mit sieben Toten und weiteren Verletzten. Laut der "Jerusalem Post" eröffnete ein Terrorist im jüdischen Viertel Neve Yaakov das Feuer auf Gläubige, die nach dem Freitagsgebet zum Beginn des Schabbat die Synagoge verließen. Der Angreifer sei erschossen worden, als er versuchte, in einem Auto zu fliehen, hieß es in dem Bericht. Die Polizei bestätigte seinen Tod am späten Abend. Ersten Erkenntnissen nach handele es sich um einen 21-jährigen Bewohner von Ost-Jerusalem

Die Sicherheitslage in Israel und den palästinensischen Gebieten hatte sich in den vergangenen Tagen deutlich zugespitzt. Ein Sprecher der im Gazastreifen herrschenden Hamas teilte mit, bei dem Anschlag handele es sich um eine Vergeltung für den Überfall der israelischen Armee auf das Flüchtlingslager Jenin am Donnerstag. Bei Zusammenstößen mit israelischen Soldaten wurden neun Palästinenser getötet und 20 weitere verletzt. Im Westjordanland und Ost-Jerusalem leben heute mehr als 600.000 israelische Siedler.

Die US-Regierung nannte die Tat "absolut entsetzlich". "Wir verurteilen diesen offensichtlich terroristischen Anschlag aufs Schärfste", sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Vedant Patel, in Washington. "Unsere Gedanken, Gebete und unser Beileid gelten denjenigen, die bei diesem abscheulichen Gewaltakt getötet und verletzt wurden." Palästinenser im Gazastreifen und im Westjordanland reagierten mit Freudenfeiern auf den Terroranschlag. Augenzeugen berichteten, wie Militante am Abend in die Luft schossen und auf die Straßen strömten. Auf Twitter kursierten auch Videos, auf denen der Jubel über die Lautsprecher der Moscheen verbreitet wurde, während hupende Autos durch die Straßen fuhren. Die Palästinenser beanspruchen die Gebiete für einen unabhängigen Staat Palästina mit dem arabisch geprägten Ostteil Jerusalems als Hauptstadt.

Israel greift Gaza mit Kampfflugzeugen an

Israel hatte in der Nacht zum Freitag eine unterirdische Produktionsstätte für Militärraketen der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen mit Kampfflugzeugen angegriffen. Die Attacke sei eine Reaktion auf zwei Raketen gewesen, die aus dem palästinensischen Gebiet abgefeuert worden seien, teilte das israelische Militär auf Twitter mit. Man habe die beiden Geschosse abgefangen. Im Süden Israels heulten demnach in der Nacht die Alarmsirenen. Israelische Medien berichteten unter Berufung auf politische Kreise, man müsse sich auf eine mögliche Eskalation des Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern einstellen.

Israels Militär zufolge waren die Einsatzkräfte am Donnerstagmorgen in Jenin bei dem Versuch beschossen worden, mehrere Mitglieder der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad festzunehmen. Drei bewaffnete Verdächtige wurden demnach im Feuergefecht von Kugeln getroffen, weitere festgenommen. Die Palästinenser würden verdächtigt, einen Terroranschlag geplant zu haben, hieß es.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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