Bericht über Angriff auf SchuleSiedler töten offenbar zwei Palästinenser im Westjordanland

Der Terror durch jüdische Siedler im Westjordanland erreicht in diesem Frühjahr eine neue Stufe. Bei einem erneuten Vorfall wird unter anderem ein 14-jähriger Schüler getötet. Auch in Israel mehrt sich die Kritik an den fast täglichen Attacken auf Palästinenser.
Zwei Palästinenser sind nach palästinensischen Angaben im besetzten Westjordanland von israelischen Siedlern erschossen worden. Ein 14-jähriger Schüler und ein 32-Jähriger seien bei dem Vorfall in der Ortschaft al-Mughajir nordöstlich von Ramallah getötet worden, bestätigte das palästinensische Gesundheitsministerium. Drei weitere Menschen seien durch Schüsse verletzt worden. Die Siedler hätten eine Jungenschule in dem Ort attackiert, berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa. Dies bestätigte auch der Dorfrat in al-Mughajir. Ein israelischer Armeesprecher sagte auf Anfrage, man prüfe die Berichte.
Seit Beginn des Gaza-Kriegs vor mehr als zweieinhalb Jahren ist es auch im besetzten Westjordanland zu einem deutlichen Anstieg von Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser und ihren Besitz gekommen. Es ist auch in israelischen Medien immer häufiger die Rede von "jüdischem Terror". Seit dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hat die Anzahl von Gewalttaten durch radikale Siedler erneut zugenommen.
Mindestens 1060 Palästinenser wurden seit dem Beginn des Gaza-Kriegs im Westjordanland von israelischen Soldaten oder Siedlern getötet, wie eine AFP-Zählung auf Grundlage von Zahlen der palästinensischen Gesundheitsbehörden ergab.
Der israelische Generalstabschef Ejal Zamir hatte die Angriffe radikaler Siedler auf Palästinenser im März als "moralisch und ethisch inakzeptabel" verurteilt. Den israelischen Sicherheitskräften wird immer wieder vorgeworfen, sie gingen nicht entschlossen genug gegen das Phänomen vor oder stellten sich sogar auf die Seite der aggressiven Siedler.
Israel hatte im Sechstagekrieg 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Dort leben heute inmitten von drei Millionen Palästinensern rund 700.000 israelische Siedler. Die Palästinenser beanspruchen die Gebiete für einen eigenen Staat mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt.
Die Vereinten Nationen betrachten die israelischen Siedlungen als großes Hindernis für eine Friedensregelung, weil sie kaum noch ein zusammenhängendes Territorium für die Palästinenser bei einer möglichen Zweistaatenlösung zulassen würden. Mit Zweistaatenlösung ist gemeint, dass Israel und ein unabhängiger Palästinenserstaat friedlich Seite an Seite existieren. Israels Regierung lehnt dies ab.
Das UN-Menschenrechtsbüro hatte sich zuletzt "zutiefst besorgt" über Berichte geäußert, wonach das israelische Kabinett im April 34 neue Siedlungen im besetzten Westjordanland genehmigt hat - die höchste Zahl, die jemals auf einmal genehmigt worden sei.