Politik

"Der nächste Lübcke" Siemens-Chef Kaeser erhält Morddrohung

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Anzeige erstattet: Kaeser auf der Siemens Hauptversammlung im Januar.

(Foto: picture alliance/dpa)

Von einer Adresse mit der Kennung "adolf.hitler@nsdap.de" erhält Siemens-Chef Kaeser eine Morddrohung. Das Landeskriminalamt ermittelt nach einer Strafanzeige des Konzerns, Siemens will den Vorfall nicht kommentieren. Spielen Kaesers Tweets für Racketes Seenotrettung eine Rolle?

Siemens-Chef Joe Kaeser hat eine Morddrohung aus dem mutmaßlich rechtsextremen Milieu erhalten. Die Staatsanwaltschaft Deggendorf bestätigte, dass eine Strafanzeige in dem Fall eingegangen sei, nannte aber keine Details. Dem Manager sei per E-Mail gedroht worden, "der nächste Lübcke" zu werden, berichtete zuvor die "Wirtschaftswoche" unter Berufung auf das Landeskriminalamt (LKA). Möglicherweise stehe die Drohung im Zusammenhang mit Tweets, in denen sich der Siemens-Chef für die Seenotretterin Carola Rackete einsetzte, hieß es in dem Bericht.

Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke war Anfang Juni durch einen Kopfschuss getötet worden. Die ermittelnde Bundesanwaltschaft stuft den Mord als politisches Attentat mit rechtsextremem Hintergrund ein. Siemens gab bislang keine Stellungnahme zu dem Fall ab.

Dem Bericht zufolge wurde die Drohung von einer Adresse mit der Kennung "adolf.hitler@nsdap.de" abgeschickt. Die Adresse ist den Sicherheitsbehörden bekannt: Bereits im März sei darüber eine Drohung an einen Politiker geschickt worden, hieß es. Dem LKA zufolge könne der E-Mail-Domain-Server aber auch gekapert worden sein, der Domain-Eigner müsse also nicht der Täter sein. Es gebe außerdem Hinweise, die ins Ausland führten, so das LKA gegenüber der "Wirtschaftswoche".

Quelle: n-tv.de, mau/dpa