Politik

Botschaft an den Westen? Russland stationierte wohl Kampfjets in Belarus

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Drei MiG-31-Jets im August in Kaliningrad.

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Britische Geheimdienste sind sich ziemlich sicher, dass Russland auf einem belarussischen Flugplatz zwei Abfangjäger parkte. Da diese auf Hyperschallraketen ausgelegt sind und damit keinen strategischen Vorteil brächten, vermutet London dahinter ein Signal - mit dem Westen als Adressaten.

Russland will in seinem Krieg gegen die Ukraine nach Einschätzung britischer Geheimdienste das gemeinsame Nachbarland Belarus gegenüber dem Westen verstärkt als Verbündeten darstellen. Moskau habe auf dem belarussischen Flugplatz Machulischtschi mutmaßlich zwei Abfangjäger des Typs MiG-31 und einen großen durch einen Erdwall geschützten Container stationiert, hieß es in einem Bericht des Verteidigungsministeriums in London. Dazu veröffentlichte das Ministerium ein Satellitenbild vom 17. Oktober.

Die Stationierung des "Foxhound" genannte Kampfjets stehe wahrscheinlich in Zusammenhang mit russischen Hyperschallraketen AS-24 "Killjoy", was übersetzt "Spielverderber" bedeutet. Diese Raketen sind nach Einschätzung der NATO mit herkömmlicher Flug- oder Raketenabwehr kaum abzufangen - daher der Spitzname.

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Moskau habe solche Raketen bereits seit 2018 im Einsatz, so die Briten. Bislang seien aber keine in Belarus stationiert gewesen. Angesichts einer Reichweite von rund 2000 Kilometern bringe dies im Ukraine-Krieg wohl auch keinen strategischen Vorteil, sondern solle eher ein Signal an den Westen senden.

Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht seit Beginn des russischen Angriffskriegs Ende Februar unter Berufung auf Geheimdienstinformationen täglich Informationen zum Kriegsverlauf. Damit will London der russischen Darstellung des Geschehens entgegentreten und Verbündete bei der Stange halten. Moskau spricht von einer Desinformationskampagne.

(Dieser Artikel wurde am Dienstag, 01. November 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, chl/dpa

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