Politik

"In Bayern ist mein Standort" Söder will nicht Kanzlerkandidat werden

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"Es wird sich jemand finden": CSU-Chef Markus Söder sagt, er wolle in Bayern bleiben.

(Foto: dpa)

Viele Namen gibt es für die Nachfolge der scheidenden CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer. Gleichzeitig ist damit das Rennen um die Kanzlerkandidatur der Union eröffnet. Aus Bayern zumindest gibt es eine Absage. Gleichwohl drängt Ministerpräsident Söder die CDU, die Frage zügig zu klären.

Nach dem Verzicht von Annegret Kramp-Karrenbauer auf die Unions-Kanzlerkandidatur hat CSU-Chef Markus Söder bekräftigt, in Bayern bleiben zu wollen. "In Bayern ist mein Standort und mein Anker, ich bin bei den bayerischen Wählerinnen und Wählern im Wort", sagte der Ministerpräsident dem Bayerischen Fernsehen.

"Ich bin der festen Überzeugung, es wird sich jemand finden in der CDU, der unbedingt will", sagte Söder weiter. Die CDU müsse für sich selber eine ganz zentrale wichtige Entscheidung treffen, eine strategische Entscheidung, nicht nur eine personelle. "Findet sie die Kraft, sich noch einmal zu erneuern? Meine Aufgabe ist, mitzuhelfen, dass das funktioniert." Söder hatte schon früher mehrmals erklärt, selbst nicht an der Kanzlerkandidatur interessiert zu sein.

Söder drängte die Schwesterpartei aber auch, ihre Führungsfrage zügig zu klären. "Ich glaube, es ist schon notwendig, dass man früher als nur im Laufe des Jahres zumindest einen Entscheidungsweg findet", sagte er. "Jetzt da möglicherweise einen Schönheitswettbewerb zu machen, wer wann wo besser ist, wird nicht mehr Stabilität bringen."

Söder betonte, die ganze Sache sei ernst: "Das ist jetzt alles keine 'Spielchensache': Es geht um die Zukunft der CDU, es geht um die Stabilität von Volksparteien und auch um die Stabilität der Bundesregierung."

Sorge um Rückwirkung auf CSU

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hatte zuvor erklärt, dass sie nicht Kanzlerkandidatin der Union werden und den Parteivorsitz in absehbarer Zeit abgeben wolle. Im Sommer solle die Frage der Kanzlerkandidatur geklärt werden - diese Person solle dann auf dem Parteitag im Dezember zu ihrem Nachfolger oder ihrer Nachfolgerin an der CDU-Spitze gewählt werden. Beide Funktionen sollten aus ihrer Sicht wieder in eine Hand kommen.

Die Forderung von Söder, die Frage der Kanzlerkandidatur schnell zu klären, wies Kramp-Karrenbauer zurück: "Wir haben gesagt, wir wollen diesen Prozess steuern bis in den Herbst, in den Winter hinein", sagte sie in der ARD. Sie habe nach dem angekündigten Verzicht auf die Kanzlerkandidatur jetzt die Freiheit, diesen Prozess zu steuern. "Und wir werden das so machen, dass die Partei auch nicht darunter leidet und, dass wir vor allen Dingen ein Gesamtpaket haben, mit dem wir in der Wahl auch gut bestehen können", sagte sie mit Blick auf das neue Grundsatzprogramm, das nach der bisherigen Planung neben der Kanzlerkandidatur auf dem Bundesparteitag im Dezember verabschiedet werden soll.

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Insgesamt forderte die CSU ihre Schwesterpartei zu Stabilität auf. Das sei die klare Erwartungshaltung an die CDU, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur nach einer Telefonkonferenz des CSU-Präsidiums aus Teilnehmerkreisen. Stabilität müsse nun der entscheidende Maßstab sein. Das gelte, sowohl was den Zeitplan als auch was die Art und Weise der Kandidatensuche angehe, hieß es. Die Lage sei als sehr ernst beurteilt worden. Es gebe auch die Sorge, dass das Ganze Rückwirkungen auf die CSU haben könne.

Die CSU-Spitze zollte Kramp-Karrenbauers dem Vernehmen nach auch Respekt für ihre Entscheidung. Es sei auch eine große Dankbarkeit deutlich geworden: Kramp-Karrenbauer habe wesentlich dazu beigetragen, das Verhältnis zwischen CDU und CSU wieder deutlich zu verbessern.

Quelle: ntv.de, mli/dpa/AFP