Politik

Corona-Tests sollen Geld kosten Söder wirbt mit der Disko fürs Impfen

Bayerns Ministerpräsident will junge Menschen vom Impfen überzeugen. Nachtklubs könnten im Herbst wieder öffnen - allerdings nur für Geimpfte oder Genesene. Auch bei anderen Veranstaltungen sollen Geimpfte Vorteile haben. Corona-Tests könnten dafür bald wieder Geld kosten.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will jungen Menschen mit der Öffnung von Klubs und Diskotheken Anreize fürs Impfen geben. Im Herbst könnten die Betriebe der Nachtgastronomie wieder öffnen, sagte Söder. Voraussetzung sei aber, dass Gäste geimpft oder genesen seien. Vorher soll es eine Impfkampagne für junge Menschen geben. Die Öffnung der Nachtgastronomie könne ein Anreiz für Impfungen sein, sagte Söder.

Der bayerische Ministerpräsident will Geimpften auch einen leichteren Zugang zu Kultur- und Sportveranstaltungen ermöglichen. Hier stellte Söder in Aussicht, dass Geimpfte nicht bei der vorab festgelegten Höchstzahl von Zuschauern mitgerechnet werden. Genaue Festlegungen auf einen Zeitpunkt für die Lockerungen machte das Kabinett nicht.

Söder ist gegen eine allgemeine Impfpflicht. Man sei auch dagegen, dass der Staat eine Prämie zahle, sagte er - betonte aber, dass der "Weg, den Frankreich bestreitet", auch teilweise für Deutschland spannend sein könnte. "Testen kostet enorme Summen", sagte Söder. Daher müsse auch darüber nachgedacht werden, ob die Corona-Tests kostenlos bleiben könnten, wenn alle Menschen ein Impfangebot bekommen hätten.

Kassenärzte-Vertreter: Ungeimpften nicht Grundrechte absprechen

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte wegen der wieder steigenden Corona-Infektionszahlen unter anderem erklärt, dass PCR-Tests ab Herbst kostenpflichtig werden, sofern sie nicht verschrieben wurden. Auf diese Weise soll die Impfkampagne weiter angekurbelt werden. Zugleich hatte Macron eine Impfpflicht für Personal im Gesundheitsbereich verkündet.

Gegen eine Impfpflicht, aber für massive Freiheitseinschränkungen für Ungeimpfte hatte sich der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung in Rheinland-Pfalz, Peter Heinz, ausgesprochen. Nun ruderte der Ärzte-Vertreter zurück. Er bedauere, sich missverständlich und unglücklich ausgedrückt zu haben - und habe nicht Ungeimpften ihre Grundrechte absprechen wollen. "Es ging mir allein darum, nochmal deutlich zu machen, dass unterschiedliche Regeln für Geimpfte und Ungeimpfte während der Pandemie sinnvoll sind und beibehalten werden sollten, solange damit für die Menschen gesundheitliche Risiken verringert werden können." Eine hohe Impfquote sei der effektivste Weg aus der Pandemie und der schnellste Weg zurück in eine Normalität.

Drive-in-Impfungen in Bayern

Bayern will die Hürden für Corona-Impfungen insgesamt senken. So sollen Erstimpfungen in den Impfzentren auch ohne vorherige Registrierung und Termin möglich werden, auch die Wohnortbindung soll aufgehoben werden. Bisher dürfen nur Bewohner des Landkreises, in dem sich ein Impfzentrum befindet, dort geimpft werden.

Außerdem kündigte Söder Sonderimpfaktionen an. Diese sollten etwa vor Geschäften, auf Märkten oder bei Sportveranstaltungen stattfinden. Impfzentren sollen auch "Familiensonntage" anbieten können, an denen Eltern und ihre Kinder gemeinsam geimpft werden können. Die Impfzentren sollen zudem Drive-in-Angebote machen können.

Wegen einer erheblich gesunkenen Zahl der Anmeldungen für Erstimpfungen will Bayern die Impfkampagne wieder stärken. Dazu sollen auch mit Partnern wie dem Hotel- und Gaststättenverband, dem Bayerischen Jugendring oder dem Bayerischen Landessportverband Impfaktionen organisiert werden. Ganze Vereine sollten die Möglichkeit bekommen, eigene Impfaktionen für ihre Vereinsmitglieder auf die Beine zu stellen.

Quelle: ntv.de, chl/AFP/dpa

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