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Scharfe Kritik an CDU-Idee Sollen Organspender Bonuspunkte erhalten?

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Wer bereit ist Organe zu spenden, soll selber auf den Wartelisten weiter vorne stehen. So lautet die Idee von CDU-Politiker Michael Hennich.

(Foto: dpa)

Gesundheitsminister Spahn bringt die Diskussion über neue Regeln für Organspenden wieder ins Rollen. Neben der Widerspruchslösung gibt es aus den Reihen der Union nun noch eine weitere Idee zu dem Thema. Diese ist jedoch umstritten.

Um zu mehr Organspenden in Deutschland zu kommen, bringen Unionspolitiker besondere Anreize für Spendenwillige ins Spiel. Der CDU-Gesundheitsexperte im Bundestag, Michael Hennrich, sagte den "Stuttgarter Nachrichten" und der "Stuttgarter Zeitung": "Ich schlage vor, diesen Menschen bei der Aufstellung der Wartelisten für die Organspende in begrenzten Umfang Bonuspunkte zu geben, die dann dazu führen, dass sie schneller ein Organ erhalten." Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Brand nannte die Idee einer bevorzugten Vergabe im "Tagesspiegel" "sehr überlegenswert".

Von Patientenschützern kam dagegen scharfe Kritik. Derartige Vorschläge seien "sozialer Sprengstoff", sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch. Nur "Club-Mitgliedern" Zugang zu rettenden Organen zu ermöglichen, schlösse Kinder aus. Zu klären wäre auch eine mögliche Berücksichtigung von Menschen, die ihre Spendenbereitschaft erst nach der Diagnose einer lebensbedrohlichen Krankheit erklärt hätten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erhielt für seinen Vorstoß für eine grundlegende Neuregelung von Organspenden Unterstützung von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. "Die Widerspruchslösung wäre die einfachste und beste Lösung, aber sie muss im gesellschaftlichen Konsens erfolgen", sagte der CSU-Politiker. Aus diesem Grund müsse es im Bundestag eine Abstimmung ohne Fraktions- und Parteizwänge, sondern nach freiem Gewissen geben. Immerhin sei dies ein weitreichender Eingriff in die Persönlichkeitsrechte.

Mehr als 10.000 Menschen warten auf Spenderorgane

Spahn macht sich dafür stark, dass automatisch jeder als Spender gilt - solange man selber oder ein Angehöriger nicht widerspricht. Er plant dafür aber vorerst kein Gesetz, sondern wirbt für eine offene Debatte im Bundestag. Bisher gilt das umgekehrte Prinzip, wonach Organentnahmen nur mit ausdrücklicher Zustimmung erlaubt sind. In Deutschland warten laut Ministerium mehr als 10.000 Menschen auf Spenderorgane. Die Zahl der Spender erreichte 2017 aber einen Tiefpunkt von 797.

Inmitten der Debatte um eine größere Spendenbereitschaft sorgen Unregelmäßigkeiten bei Lebertransplantationen am Uniklinikum Essen für Wirbel. Seit Dienstag sitzt ein Direktor der Chirurgie in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, 2012 bis 2015 an sechs Patienten nicht erforderliche Lebertransplantationen vorgenommen zu haben. Gegen den Mediziner wird wegen Totschlags in einem Fall, wegen gefährlicher Körperverletzung in fünf Fällen sowie wegen Verstoßes gegen das Transplantationsgesetz in zwei Fällen ermittelt. Patientenschützer Brysch forderte vor diesem Hintergrund erneut, das komplette Organspendesystem zu verstaatlichen.

Quelle: n-tv.de, kpi/dpa

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