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Wirbel um Seenotrettungsmission "Sophia" soll doch weiter Menschen retten

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Auch die deutsche Fregatte "Sachsen" nimmt an "Sophia" teil.

(Foto: picture alliance / Mohssen Assan)

Seit dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise gehen EU-Kriegsschiffe nicht nur gegen Schleuser vor, sondern haben auch 49.000 Menschen aus Seenot gerettet. Nach Italiens Drohung, seine Häfen für Mission "Sophia" zu schließen, machen Gerüchte die Runde.

Die EU-Marine-Mission "Sophia" kann vorerst bis Ende August fortgeführt werden. Trotz der Drohung Italiens, seine Häfen für Schiffe des EU-Einsatzes mit im Mittelmeer geretteten Flüchtlingen zu schließen, werde der Einsatz beibehalten, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Freitag nach einem Krisentreffen aus EU-Kreisen. Binnen fünf Wochen soll nun eine Lösung mit Rom für die Mission gefunden werden, an der auch die Bundeswehr beteiligt ist.

Mehrere Diplomaten wiesen Medienberichte zurück, dass die Mission vorerst gestoppt worden sei. Richtig sei aber, dass der Kommandant des Einsatzes die Schiffe nach der ersten EU-Sitzung am Mittwoch zunächst in die Häfen zurückbeordert habe, sagte ein Ländervertreter.

49.000 Gerettete in drei Jahren

Die EU-Mission "Sophia" war im Juni 2015 wegen der Flüchtlingskrise geschaffen worden und ist in internationalen Gewässern vor Libyen im Einsatz. Sie geht dort gegen Schleuser vor, rettet aber auch Flüchtlinge aus Seenot. In den drei Jahren seit Bestehen wurden durch die "Sophia"-Schiffe 49.000 Menschen gerettet. Sie wurden bisher in Italien an Land gebracht.

Die neue populistische Regierung in Italien hatte der EU diese Woche ihre Weigerung mitgeteilt, weiter durch "Sophia" gerettete Flüchtlinge aufzunehmen. Rom betrachte "die aktuellen Bestimmungen des Einsatzplans", der Italien als "ausschließlichen Ort" für die Flüchtlingsaufnahme angebe, "nicht mehr als anwendbar", schrieb Italiens Außenministers Enzo Moavero Milanesi an die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini.

Vertreter der EU-Mitgliedstaaten versuchten darauf am Mittwoch in einer ersten Krisensitzung vergeblich, eine Lösung mit der italienischen Seite zu finden. Ein weiteres Treffen im zuständigen Politischen und Sicherheitspolitischen Komitee (PSK) dauerte am Freitag den ganzen Tag und brachte am Ende eine Einigung.

Quelle: n-tv.de, jve/AFP

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