Politik

"Das bedauere ich." Spahn entschuldigt sich für Laschet-Werbung

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Hatte gar keine Frage: Jens Spahn beim CDU-Parteitag.

(Foto: picture alliance/dpa)

Kurz vor der Abstimmung über den neuen CDU-Parteivorsitzenden nutzt Jens Spahn eine Fragerunde, um für den Kandidaten Laschet zu werben. Das sorgt für Unmut, wie Spahn am Tag danach einsieht.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat seinen umstrittenen Auftritt beim digitalen CDU-Bundesparteitag bedauert, bei dem er die Fragerunde zu einem Plädoyer für Armin Laschet genutzt hatte. "Ich sehe im Nachhinein: Es war nicht das passende Format", schrieb der CDU-Politiker auf Twitter. "Das bedauere ich." Er habe als Laschets Teampartner vor der Wahl des Parteichefs noch einmal für den NRW-Ministerpräsidenten werben wollen. "Das sorgte und sorgt bei manchen für Irritationen."

Zugleich rief Spahn die CDU zur Geschlossenheit auf: "Nach unserem Parteitag heißt es nun zusammenstehen, hinter unserem Vorsitzenden Armin Laschet und für den Erfolg der Union." Spahn hatte sich am Samstag in der Fragerunde nach der Vorstellung der Kandidaten zu Wort gemeldet, aber gar keine Frage gestellt, sondern stattdessen für Laschet geworben: "Armin Laschet hat gezeigt, dass er das Land, dass er die Partei zusammenführen kann. Er lebt Zusammenhalt."

Umgehend abgestraft

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Jana Schimke twitterte daraufhin "REGELBRUCH" und danach noch "DEMASKIERT!!!!". Auch der Grünen-Bundestagsabgeordnete Sven Lehmann wunderte sich, warum Spahn jetzt reden dürfe. Und fügte hinzu, auf einem Grünen-Parteitag wäre "nach so einem unfairen Move (...) sowohl das Präsidium als auch der Kandidat einen Kopf kürzer". Der FDP-Politiker Johannes Vogel nannte Spahn "Telefonjoker".

Spahn trat später für einen Stellvertreterposten an. Mit 589 Stimmen erhielt er das mit Abstand schlechteste Ergebnis der fünf Bewerber. Dies wurde als die Quittung der Delegierten für seinen Auftritt interpretiert.

Das Ergebnis der digitalen Abstimmung des CDU-Parteitags muss noch in einer Briefwahl bestätigt werden, dies gilt aber als Formalie. Bei der Wahl des CDU-Vorsitzenden hatte sich der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet zuvor in einer Stichwahl gegen Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz durchgesetzt. Außenpolitiker Norbert Röttgen war bereits in der ersten Wahlrunde ausgeschieden.

Quelle: ntv.de, sba/dpa