Politik

Bestellung ohne EU-Kommission Spahn plant wohl bilateralen Sputnik-Vertrag

Weil die EU-Kommission keinen Vertrag abschließen möchte, wird Gesundheitsminister Jens Spahn selbst tätig: Einem Medienbericht zufolge plant Deutschland, Dosen des russischen Impfstoffs Sputnik V bilateral einzukaufen - vorausgesetzt, er wird von der EMA zugelassen.

Deutschland will einem Medienbericht zufolge einen bilateralen Vertrag für den Ankauf des russischen Impfstoffes Sputnik V aushandeln. In der Sitzung der EU-Gesundheitsminister habe die EU-Kommission erklärt, dass sie keinen Vorvertrag zu Sputnik V, wie mit den anderen Impfstoffanbietern, schließen will, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters aus Teilnehmerkreisen.

Wie Reuters weiter berichtet, habe Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bei dem Treffen angekündigt, dass Deutschland nunmehr bilateral einen Vertrag verhandeln werde, um sich den Impfstoff zu sichern. Zuerst müsse dabei geklärt werden, welche Mengen Russland überhaupt wann liefern könne. In jedem Fall setze Deutschland aber weiterhin auf eine europäische Zulassung, habe Spahn betont.

Russland müsse der europäischen Arzneimittelagentur EMA nun die dafür notwendigen Daten liefern. Die Bundesregierung dringt seit Längerem darauf, dass die EU-Kommission auch über einen möglichen Ankauf des russischen Impfstoffes verhandelt. EU-Kommissar Thierry Breton hatte das als nicht notwendig bezeichnet, weil sich die EU bereits genügend Impfstoff von anderen Herstellern gesichert habe. Etliche EU-Staaten haben sich aber auf bilateralem Weg bereits Dosen von Sputnik V gesichert.

Erst am Mittwochvormittag hatte CSU-Chef Markus Söder angekündigt, dass Bayern einen Vorvertrag für den Bezug von Sputnik V mit einem Hersteller in Illertissen schließen werde. "Sollte Sputnik zugelassen werden in Europa, dann wird der Freistaat Bayern zusätzliche Impfdosen, ich glaube, es sind 2,5 Millionen, im Juli erhalten", erklärte Söder. Sein Gesundheitsminister Klaus Holetschek ergänzte, dass es sich bei Sputnik um einen "hochwirksamen" Impfstoff handele. "Ich wünsche mir, dass wir den Impfstoff sehr schnell zur Verfügung haben", sagte der CSU-Politiker.

Quelle: ntv.de, ses/rts/AFP

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