"Machen uns nicht mitschuldig"Spanien legt im Iran-Konflikt mit Trump nach

Weil Spanien den USA die Nutzung seiner Militärstützpunkte verweigert, droht Präsident Trump dem Land mit einem kompletten Handelsstopp. Der spanische Ministerpräsident bekräftigt jedoch seine Position und erinnert an die Erfahrungen des Irak-Kriegs. Aus Brüssel kommt Unterstützung.
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez bekräftigt ungeachtet der Kritik von US-Präsident Donald Trump seine Ablehnung des Angriffs der USA und Israels auf den Iran. "So beginnen die großen Katastrophen der Menschheit ... Man kann nicht Russisches Roulette mit dem Schicksal von Millionen Menschen spielen", sagte Sánchez in einer Fernsehansprache an die Nation.
Die Position der spanischen Regierung sei klar: "Nein zum Krieg", sagte Sánchez. Seine Regierung werde sich nicht "an etwas mitschuldig machen, das der Welt schadet und unseren Werten und Interessen widerspricht, nur aus Angst vor Vergeltungsmaßnahmen". Auf X legte er nach: "Die Welt, Europa und Spanien haben diesen kritischen Moment schon einmal erlebt. Im Jahr 2003 haben uns einige unverantwortliche Politiker in einen illegalen Krieg im Nahen Osten hineingezogen, der nichts als Unsicherheit und Leid gebracht hat."
Sánchez forderte die USA, Israel und den Iran erneut zu einer sofortigen Einstellung der gegenseitigen Angriffe auf. Die Gewalt müsse enden, "bevor es zu spät ist", sagte Sánchez. Es sei "naiv zu glauben, dass blinder und unterwürfiger Gehorsam Führung bedeutet", warnte Sánchez im Hinblick auf Drohungen Trumps. Es gehe um die Achtung des Völkerrechts, "das uns alle, insbesondere die Zivilbevölkerung, schützt." Zu glauben, die Welt könne ihre Probleme nur mit Bomben lösen, sei ein Irrtum.
Brüssel zeigt Solidarität
Sánchez' Linksregierung hatte den USA nicht erlaubt, in Spanien gelegene Militärstützpunkte für den Krieg gegen den Iran zu nutzen. Trump drohte Spanien deshalb einen kompletten Handelsstopp an. Spanien verhalte sich "furchtbar", sagte Trump am Dienstag bei seinem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz. "Wir werden den gesamten Handel mit Spanien einstellen. Wir wollen nichts mit Spanien zu tun haben."
Die EU-Kommission hat Spanien ihre Unterstützung zugesichert. Brüssel werde "sicherstellen, dass die Interessen der Europäischen Union gewahrt werden" und stehe in "Solidarität" mit allen Mitgliedstaaten, teilte ein Sprecher mit. Die Kommission sei "im Rahmen der gemeinsamen Handelspolitik bereit zu handeln".
Spanien sträubt sich auch gegen das neue Nato-Ziel von Verteidigungsausgaben von fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Trump hat Spanien im Streit um die Verteidigungsausgaben wiederholt attackiert. Der US-Präsident nutzt immer wieder die Handelspolitik und insbesondere Zölle, um politische Ziele durchzusetzen. Allerdings ist unklar, wie er dem Handel mit Spanien ein Ende bereiten will - insbesondere, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA im Februar wichtige Teile von Trumps Zollpolitik für ungültig erklärt hatte.