Politik

Kalayci im "ntv Frühstart" "Sperrstunde in Berlin funktioniert"

Die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci hält die Botschaften der Kanzlerin für "genau richtig" und zieht ein erstes positives Fazit der Sperrstunde in Berlin - trotz weiterer Regelbrüche.

Nach dem zweiten Wochenende in Berlin mit der kontroversen Sperrstunde ab 23 Uhr zieht die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci eine positive Bilanz. "Die Sperrstunde funktioniert in Berlin", sagte Kalayci der RTL/ntv-Redaktion. "Das sehen wir. Es gibt noch einige, die sich wehren, aber insgesamt halten sich die Gaststätten daran."

Das Berliner Verwaltungsgericht hatte Ende der vergangenen Woche einigen Gastronomen Recht gegeben, die gegen die Sperrstunde geklagt hatten. Somit galt am Wochenende zwar weiterhin für alle das Alkoholverbot, die Sperrstunde aber nicht flächendeckend.

Erneut warnte die Gesundheitssenatorin deshalb vor den Konsequenzen weiter steigender Infektionszahlen in Berlin. "Grundsätzlich, wenn die Infektionszahlen weiter hochgehen, und das tun sie in Berlin, müssen wir natürlich nachsteuern. Das ist ganz klar", sagte Kalayci. Auch bei der Maskenpflicht ergebe es dann Sinn, darüber nachzudenken, diese "auch im öffentlichen Raum" einzuführen.

Insgesamt sei die Haltung der Menschen, die sich nicht an die Regeln hielten, "besorgniserregend", so Kalayci. "Wir haben die Sperrstunde ja eingeführt, weil wir insgesamt wollen, dass die Menschen weniger Kontakte haben. Das ist ja die Grundstrategie bundesweit."

Appell der Kanzlerin "genau richtig"

Den Appell von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Menschen sollten zuhause bleiben, bezeichnete Kalayci als "genau richtig". Weiter sagte sie: "Wir sehen ja, dass um Deutschland herum die Zahlen explodieren. Warum soll das nicht auch in Berlin passieren? Die Botschaft der Bundeskanzlerin ist hier genau richtig, um ganz deutlich zu machen, wie ernst es auch in Deutschland ist".

Die Kanzlerin setze die "richtigen Botschaften", sagte Kalayci. Bemerkungen, wie von FDP-Chef Christian Lindner, man solle die Lage "nicht überdramatisieren", bezeichnete die SPD-Politikerin als "kontraproduktiv". "Wenn aus der Politik heraus verharmlosende Botschaften kommen, dann relativiert es auch die Botschaft der Bundeskanzlerin", kritisierte Kalayci. "Das finde ich verheerend."

Quelle: ntv.de, psa