Politik

Geberkonferenz in Warschau Staaten sammeln sechs Milliarden Euro für Ukraine

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Der ukrainische Premierminister Denys Shmyhal, der polnische Regierungschef Mateusz Morawiecki, die schwedische Ministerpräsidentin Magdalena Andersson und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (v.l.)

(Foto: AP)

Auf Einladung von Polen und Schweden treffen sich Partner der Ukraine in Warschau, um humanitäre Hilfe für das Land zu sammeln. Mehr als sechs Milliarden Euro kommen bei der internationalen Geberkonferenz zusammen. Mit dem Geld soll Millionen ukrainischen Geflüchteten geholfen werden.

Eine internationale Geberkonferenz für die Ukraine-Flüchtlingshilfe in Warschau hat Zusagen in Milliardenhöhe eingebracht. Insgesamt seien mehr als 6,5 Milliarden Dollar zusammengekommen, sagte Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki in seiner Abschlussrede. Umgerechnet sind dies etwa 6,17 Milliarden Euro. "Der heutige Tag hat gezeigt, dass unsere Unterstützung für die Ukraine weitergeht und es keinen Egoismus unter uns gibt", so Morawiecki. Polen hat mehr als drei Millionen ukrainische Flüchtlinge aufgenommen.

Die von Polen und Schweden gemeinsam organisierte Geberkonferenz sollte Geld für humanitäre Hilfe für die von Russland angegriffene Ukraine sammeln. Partner der Konferenz sind die Präsidenten der Europäischen Kommission und des Europäischen Rates. Auch die Vereinten Nationen beteiligen sich.

Die Europäische Union kündigte ein neues Hilfspaket im Umfang von 200 Millionen Euro an. Es soll den mehreren Millionen vertriebenen Menschen in dem Land zugutekommen, wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei der Konferenz sagte.

Nach Angaben der EU-Kommission haben seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine bereits an die acht Millionen Menschen ihre Heimatorte verlassen, um an anderen Orten Schutz zu suchen. Hinzu kommen mehr als 5,3 Millionen Menschen, die die Ukraine verlassen haben, um in der EU und den Nachbarländern Zuflucht zu finden. Vor Beginn des russischen Angriffskrieges am 24. Februar lebten in dem Land 44 Millionen Menschen.

Bundeskanzler Olaf Scholz kündigte in einer Videobotschaft zusätzliche 125 Millionen Euro an humanitärer Hilfe von Deutschland an. Der russische Präsident Wladimir Putin "darf diesen Krieg nicht gewinnen, und er wird ihn nicht gewinnen", betonte Scholz. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der kanadische Regierungschef Justin Trudeau stellten jeweils 100 Millionen Euro in Aussicht.

Michel will "europäischen Marshallplan"

EU-Ratspräsident Charles Michel versprach Kiew zudem einen "europäischen Marshallplan" zum Wiederaufbau nach dem Krieg. Die EU prüft nach seinen Angaben zudem, das durch die europäischen Sanktionen eingefrorene Vermögen russischer Verantwortlicher zu konfiszieren. Dies sei allerdings ein "langer und komplizierter Prozess", sagte er der ukrainischen Nachrichtenagentur Interfax.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zu Beginn der Konferenz in einer Videobotschaft betont, dass mithilfe der verbündeten Länder ein rascher Wiederaufbau nach dem Krieg geplant werde. Dies sei eine "Investition in die Stabilität Zentral- und Osteuropas" und in die "freie Welt". Zugleich erneuerte Selenskyj seine Forderung nach einem EU-Beitritt. "Der Kandidatenstatus muss jetzt gewährt werden", forderte er. Von der EU-Kommission wird dazu bis Juni eine Stellungnahme erwartet.

Es war bereits die zweite internationale Geberkonferenz für die Ukraine binnen eines Monats. Anfang April hatte eine ähnliche Veranstaltung in Berlin nach Angaben von der Leyens insgesamt 1,8 Milliarden Euro an humanitärer Hilfe für die Ukraine erbracht.

Seit der Beginn der russischen Invasion am 24. Februar hat die Ukraine Rüstungsgüter und finanzielle Hilfen im Volumen von über 12 Milliarden Dollar (11,4 Milliarden Euro) aus dem Ausland erhalten. Das erklärte Ministerpräsident Denys Schmyhal bei der heutigen Geberkonferenz. Er dankte für die unerschütterliche Hilfe während des gesamten Krieges.

Quelle: ntv.de, mbe/dpa/AFP/rts

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