Politik

Deutsche Kapitänin in Italien Staatsanwalt zitiert Rackete zum Verhör

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Carola Rackete ist 31 Jahre alt und stammt aus Niedersachsen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Carola Rackete ist in Italien angeklagt, weil sie im Juni ein Boot ohne Erlaubnis in Italiens Hafen manövriert hatte. Die Staatsanwaltschaft verhört sie nun erneut. Die Organisation Sea-Watch hofft nicht nur auf eine positive Entscheidung zur Anklage, sondern auch auf eine Freigabe ihres Schiffes.

Die Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete wird in der sizilianischen Stadt Agrigent erneut verhört. Bei der Vernehmung der Staatsanwaltschaft geht es um die Vorwürfe der Beihilfe zu illegaler Einwanderung und Widerstand gegen ein Kriegsschiff.

Die Hilfsorganisation Sea-Watch erwartet keine rasche Entscheidung der italienischen Staatsanwaltschaft. "Wir tun aber alles, um eine schnelle Entscheidung zu ermöglichen und erwarten, dass das Gericht letzten Endes, wie in den Fällen zuvor, feststellen wird, dass wir rechtmäßig gehandelt haben", sagte ein Sea-Watch-Sprecher. Wichtig sei, dass das Schiff "Sea-Watch 3" wieder freigegeben werde.

Der Staatsanwalt hatte zuvor bereits erklärt, dass eine Entscheidung voraussichtlich erst nach dem Sommer fällt, ob es zum Prozess kommen soll oder ob die Vorwürfe fallengelassen werden. Die 31-Jährige aus Niedersachsen war Ende Juni mit Dutzenden Migranten an Bord ohne Erlaubnis der Regierung in Rom in italienische Gewässer und in den Hafen von Lampedusa gefahren. Dabei hatte sie ein Schiff der Finanzpolizei, die zu den Streitkräften gehört, gestreift.

Sie wurde festgenommen und unter Hausarrest gestellt - anschließend aber wieder freigelassen. Sie hielt sich bisher an einem unbekannten Ort in Italien auf. Trotz vieler Anfeindungen - vor allem im Netz - steht sie nicht unter Polizeischutz.

Quelle: n-tv.de, joh/dpa

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